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Jeschurun · 1917-03-01 · Heft 3-4 (März 1917) · page 64

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 3-4 (März 1917)
Date
1917-03-01
Page
– (sequence 64)
Language
German
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192 Ein Roman über Krieg* und Gotteserkenntnis. mehr den Geschehnissen des Buches zu. Welches Ereignis hat in dem Helden des Buches den Weg zur Gotteserkenntnis mit visionärer Gewalt gebahnt? Es ist der Anblick des großen Sterbens auf den Schlachtfeldern, der ihn den tiefsten Sinn des Lebens kennen lehrt. Nachdem Nystedt das Kämpfen, Leiden und Sterben all dieser Zahllosen gesehen, nachdem wir Zeugen einer grauenhaften Beschießung eines Feldlazaretts gewesen und der nächtlichen Verwüstung eines Friedhofes durch Granatenfeuer beigewohnt, wobei ein Kegen von gespensterhaft aufgewühlten Menschengliedern wie vom Himmel kommend die Luft durchschwirrt — da entringt sich dem Dichter das Geständnis: ״Die auf den Schlachtfeldern ihr Leben hingeben, sie gehen ein in Gott, sie werden eins mit der Seele des Volkes, und sie sterben, wenn ihre Tat ihnen Erkenntnis des Lebens gibt, des Lebens, dessen Sinn darin besteht, das Kleinere dem Größeren zu opfern, das kleinere Leben dem großen Leben des Volkes. — Dann freilich schwinden alle Zweifel, dann ist der Mensch nicht mehr einsam und ohne Fähigkeit, zum andern Menschen vorzudringen. Wenn er sich opfert, wenn er stirbt für andere, dann geht er ein in die große Gemeinschaft, dann geht er ein in Gott.“ (p. 273). Daß in der jüdischen Spruchweisheit der Gedanke an Tod und Todesbereitschaft uns häufig entgegentritt und an leitender Stelle steht, daß dem jüdischen Volke wie keinem zweiten der Gedanke der Solidarität, des Einstehens für den Nebenmenschen und die Gesamtheit zentrales Pflichtgebot ist, ist unsern Lesern wohlbekannt. Bekannt ist die Meinung des Maimonides: Wer sich von den Wegen der Gemeinde lossagt, hat keinen Anteil am zukünftigen Leben (Mischne Tora, Hilch. T'schuwo III, 6) Auch verdient gerade in jetziger Zeit die herrliche Stelle aus dem Schatze unserer Weisen unverkürzt hergesetzt zu werden: Zur Zeit, wenn eine Gemeinde eine Not befällt, da gehe nicht der einzelne in sein Haus und esse und trinke und freue sich der Fülle, denn von einem solchen heißt es (Jesaja XXII 13. während der Belagerung Jerusalems): Aber siehe da, Wonne und Freude [bei den einzelnen]. Rinder- und Schafeschlachten

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