Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1917-03-01 · Heft 3-4 (März 1917) · page 35

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 3-4 (März 1917)
Date
1917-03-01
Page
– (sequence 35)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2292929-2292969-2292973--02026-2295290
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die Juden in Rußland und Polen. 163 Frage und darauf auch die dritte (d. 11. die vierte) Frage und endlich (vielleicht gar während der Mahlzeit) die letzte Frage: Warum sitzen wir alle angelehnt 7). Auf diese Weise wäre jede Frage am Platze und das Interesse des Kindes bliebe bis nach der Mahlzeit wach. Diese Fragen bleiben zwar unbeantwertet, aber die Hauptfragen, so bemerkt R. Gamliel in der folgenden Mischnah, müssen unbedingt erklärt und beantwortet werden, u. z. פסה, מצה ומרור, denn diese bilden den integrierendsten Bestandteil der Pessachfeier und um dessentwillen soll alles andere geschehen, um das Interesse des Kindes wach zu rufen und es zum Fragen zu veranlassen8). ף Nach der Lesart des רא״מו richtete das Kind blos drei Fragen, u. z. erstens ״warum tauchen wir heute zweimal ein“, zweitens ״warum essen wir heute ausschließlich Mazzoh“ und drittens , warum essen wir nur Braten“. Die ersten zwei Fragen wären demnach logischer, denn sie richten sich nach den Vorgängen, die sich vor den Augen des Kindes abspielen. Die dritte Frage betreffs בלו־וו־ ist in der Mischnah, die der דא״פר citiert, nicht enthalten. Dem Verfasser der Hagada scheint eine andere LA. der Mischnah Vorgelegen zu haben. 8) Es ist möglich, daß die Bedeutung von Pessach, Mazzoh u. M oramr vom Vater gleich nach jeder Frage erklärt wurde. Die Juden in Rußland und Polen. Bin Ausblick aus der Vogelschau auf ihre Geschichte und Kultur. Von Prof. Israel Frigdländer-New-York. (Fortsetzung). Der polnische Adel oder die Schlachta. Die soziale Geschichte Polens folgt demselben Einteilungsprinzip. Ihr bestimmender Faktor ist der Anspruch des polnischen Adels oder der Schlachta auf unbedingte, uneingesehränkte Macht im Staate. Die Aufhebung des erbhchen Königtums im Jahre 1572 bezeichnet den Triumph der Schlachta — und den Beginn von Polens Verfall. Die Geschichte der Juden in Polen ist durch tausend 11*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.