Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1917)
- Date
- 1917-03-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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מ Ahron Marcus. 159 liehen Gründen versagen. Luzzatos Lehren hier ausführlich darzustellen Kurz ausgedrückt! Der unendliche, unfaßbare Schöpferwille hat kein anderes Streben als die Herstellung der Vollkommenheit. Die Schöpfung erfolgte durch stufenweise Einschränkung der Vollkommenheit, die der Unvollkommenheit Raum gewährt, um dem freien Willen des Menschen Platz zu schaffen. Die Unvollkommenheit, die freie Abirrung der Erdmonade von dem Wege zur Vollkommenheit, bringt oft eine so mangelhafte Correlation von Geschöpfen zu Stande, daß sie katastrophal zu Grunde gehen! So erklären sich astrische, tellurische und Menscheitskatastrophen. — In innigem Zusammenhang mit dieser Lehre betrachtet Markus die Tafeln der uns zum Essen erlaubten und verbotenen Tiere und Vögel, wobei ich nur auf die prächtigen Ausführungen in den Kadmauniaus (Krak. jüd. Ztg. 1898—99) in Guggenheims Vogelstudien daselbst und die Zusammenstellung des ganzen Gedankengebäudes, welche die הדגירז צד» im Traktat Chullin mit hineinbezieht, Barsilai, Kap. 5 hinweise. Die unserer Auffassung so schwer verständlichen rudimentären Organe erhalten hier eine interessante Beleuchtung. Diese für die Auffassung eines Teiles der Speisegesetze und überhaupt aller Mizwaus so wichtigen Kapitel, die ganz neue Gedanken — für uns Modernen neu — bringen, empfehle ich dem allgemeinen Studium dringend. An der Hand von Luzzatos System entscheidet sich Marcus im Großen für die Auffassung von Agassitz■ und Cuvier, gegen den Engländer Wallace, Lyell, Darwin, gegen Hackel. ״Hackel hat die Stenographie der Geschichtsschreibung, welche die Schöpfung gebraucht, nicht erkannt.“ Da Hartmann nicht nur die Astromonie und Entwicklungslehre, sondern auch die Psychologie, die Sprachforschung und die Kulturgeschichte der Menschheit zum Aufbau seiner Znkünftsreligion braucht, und sich gegen die jüdische Offenbarung richtet, so hatte Marcus nicht nur die Entwicklungstheorie des Judentums, sondern auch die Psychologie des Judentums zu bearbeiten. Daß er die Lehre des Unbewußten klar ausgesprochen in M. Chaim ben Ata’r Or Hachajim fand, habe ich schon erwähnt. Nachdem er Du Preis Theorie des Somnabulismus, des Seelenlebens, des Spiritismus der Thora entsprechend, Hartmann zum Teil folgend, geschlagen hat, versucht er Hartmann und Schelling zu widerlegen. Um die Anschauungen des Rabbinismus über diese verwickelten Probleme vorzuführen, muß erst eine systematische Definition der rabbinischen (kabbalistischen) Philosophie und Psychologie vorgenommen werden, die Marcus im Kap. III und IV zum ersten Mal versucht. Er bittet den Leser um Nachsicht wegen des scheinbar oft losen Zusammenhangs der einzelnen Gedanken auf diesem schwierigen Gebiete. (HartmannS. 58). Ich verzichte daher trotz oder grade infolge des Reichtums der Einzeldarstellungen auf Zusammenfassung des Ganzen,