Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1917)
- Date
- 1917-03-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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156 Ahron Marcus. Mit a9r!Niederschrift der Mischnah erfolgte die erste schriftliche Veröftentlichung, ־am den Bestand der Lehre zu retten. Jahrhunderte später erfolgte der Talmud, wieder Jahrhunderte später die Geheimlehre. Und als das Merkwürdigste erfolgte vor der Gehurt der neuen Forschung die erste vollständige Niederschrift der Schöpfungsgeschichte, durch R. Moses Chaim Luzzato* * 3*) der dem aus der Tiefe hervordringenden Zeitgeist die Kette um den Hals warf. צזנלא דנלרך ‘בלך Der Name Deines Herrn ist über Dir.“ Ausführliches bringt Marcus über die Geschichte der Kabbalah aber nicht. Die Essäer, die Gnostiker der Neuplatonismus, Jamblichus und Plotinos werden nur einmal erwähnt. Im Rahmen einer Geschichte des Chassidismus konnte die zum großen Teil dunkle Geschichte der Kabbalah auch nur gestreift werden und die Parallelen und Zusammenhänge zwischen beiden gezeigt werden. Soviel geht aber aus Marcus’ Ausführungen doch klar hervor, daß die überaus niedrige Einschätzung, die Grätz der Kabbalah entgegenbringt, völlig unberechtigt ist. Die mancherlei gefährlichen Auswüchse, die Grätz gelegentlich mit Recht geißelt, rechtfertigen mar die Warnung des Talmuds. Marcus faßt denn auch Grätz manchmal recht unsanft an. Schon der Umstand hätte Grätz stutzig machen müssen, daß, wie er selbst hervorhebt, fast alle bedeutenden Männer der Judenheit seit dem allerdings rätselhaften Auftauchen des S011ar der Kabbalah eifrig ergeben waren. Wenn Grätz-die Lehre des ahn unu ani, d. h. die Lehre des für uns unfaßbaren Unendlichen, das sich unserer Logik in wesenlosen, begrifTosen Schein aufiüst im Gegensatz zum Ich, der Persönlichkeit bespöttelt (s, Chassidismus S. 44) wenn er sich lustig macht über den Gedanken der Spiegelung des All im Menschen und über die 32 Bahnen u. s. w., so geht aus Marcus Werken mit zwingender Deutlichkeit hervor, daß er das Beste dieser Werke, tiefe philosophische Ideen, die, um nur dies hervorzuheben, Leibnitz und auch Spinoza stark befruchtet haben, nicht verstanden hat4). Sa) Über diese eigenartige Persönlichkeit, die profane Bildung und tiefe Kenntnis der Kabbalah in seltener Harmonie in sich vereinigte, vgl. Wohlgemuth״derWeg der Frommen“ von R. M. Ch. Luzzatto S.VIII—XVII. 4) Wenn Grätz in Note 3 zu Band 7 behauptet, die Sefirothlehre sei vor Asriel und Esro ganz unbekannt, so hat er unbegreiflicher Weise ganz übersehen, daß das Sefer Jezirah gleich in den ersten Lehrsätzen die eßer Sefiraus blimo stets bringt. Und die Sphären- und Aonentheorie der Pythagoreer, selbst bei Aristoteles, bei den Neuplatonikern und Gnostiern scheint er bei Niederschrift dieses Passus ganz vergessen zu haben, Basilides läßt aus dem Urgrund des Lichtes Noüc, Aoyoc, Oq>ovr4ctc, Zoqna, ävaiug, Auca10ff1)vr4, Eipr/w! hervorgehen. Dann folgen 365 Sphären. Die Ahnlichkeit ist sinnfällig! — Nur läßt sich bei diesen in die graue Vorzeit