Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1917)
- Date
- 1917-03-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2292929-2292969-2292973--02018-2295282- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Ahron Marcus. oder die Entwickelungstheorie philosophisch und an Hand der paläontologischen Funde beleuchten3). Der Grundrefrain aller seiner Werke ist das Wort des Ii. Israel Baal Sehern: ״Das Wort des königlichen Sängers die Lehre Gottes ist vollkommen gilt noch immer; sie ist noch unberührt, da noch niemand angefangen, sie richtig zu verstehen.“ Bekanntlich unterscheidet man in esoterischen Ki eisen verschiedene Auffassungen des Pentateuchtextes, die sich in dem Worte ״Pardes“ andeuten, nähmlich P־Pschat einfacher Wortsinn, R-Remes Andeutung, D-Drusch Auslegung, S-Szaud Geheimsinn. Wie der Hammer aus dem Felsen Funken schlage, so gebe der Text der Thora verschiedenerlei Sinn, je nach der Tiefe der Auffassung. Für viele Exegeten von Philo an bis in die Zeit des sechzehnten Jahrhunderts kam überhaupt nur noch der Geheimsinn, die mystisch-symbolische Auslegung in Betracht, eine Auffassung die manchmal zu den gefährlichsten Consequenzen führte. Marcus versuchte im ״Chassidismus“ Seite 45 ff. in Anlehnung an den Chessed l'abraham des R. Abraham Sohn d. R. Dow Ber von Meseritsch einen Ausgleich der rationalistischen Richtung, deren stolzes Haupt Maimonides ist, mit der mystischen der Kabbalah, früher Szaud genannt. Auch in der Toraerklärung besteht er auf Anwendung der vier oben genannten Arten der Auffassung. Seine Art der Forschung läßt sich vergleichen mit den verschiedenen Arten der Naturforschung. Der Pschat entspricht der Betrachtung von Forschungsobjekten mit bloßem Auge, der Remes der Betrachtung durch die Lupe, Drusch und Ssaud durch immer stärker vergrößernde Mikroskope und feiner werdende chemische Analysen, welche der stets fortschreitenden Wissenschaft stets wieder neue Welten enthüllen. Sind doch Thora und Natur beide Gottes Werk! Den Ursprung der Geheimlehre ״Kabbalah“ sucht er in ältester Zeit, sieht sie sich in den oft genannten Prophetenschulen der Königszeit fortpflanzen. (Chassidismus S. 41 ff). Die großen Sänger und Denker, die Propheten sind ihre Schüler. Jecheskeel zeigt sich nach dem Talmud von Babylon hinsichtlich der Engelnamen beeinflußt. Bei ihm findet sich zuerst der Ausdruck Galgal, Weltenrad. Daraus leitet Markus die Sfiraus her. Im Talmud schauen die Blüten der Kabbalah überall zwischen dem Astwerk der Halacha durch. Man suchte diese für das breite Volk nicht zuträglichen Lehren möglichst zu verbergen. S.Chagigall bff; diebek.Mischnaunddie folg. Gemarah schildert die Gefahren der Beschäftigung selbst von Gelehrten mit Philosophie und Mystik, mit dem ״Pardes.“ Marcus sagt in d. Krak. jüd. Ztg. No. 5 Jahrgang89, Seite3 ״Die (scilicet, schriftliche) Veröffentlichung der uralten mündliche* Tradition, selbst für G es jtzeserläuterung war verboten. 3) Kadmauniaus, Artikelserie der Krakauer jüd. Zeitung 1889—ISDO קדמוביוית und Barsilai.