Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1917)
- Date
- 1917-03-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Erziehungsfragen in Ost und West. 149 macht, so ist das doch ebenso sehr für die Unterschiede in der intellektuellen Begabung zu berücksichtigen..־ Es wird schon deshalb unter den Kindern eine Auswahl vorgenornmen werden müssen, weil nur die wirklich begabten neben dem Schulunterricht und der Arbeit für die Schule die Zeit werden erübrigen können, die zu einem täglichen Talmudunterricht nötig ist. Auch dann wird inan "den Mut haben müssen, radikal mit jeder Belastung zu brechen, die aus irgend welchen anderen Forderungen, die an das moderne Kind gestellt werden, resultieren. Ja noch mehr, wovon das Kind irgendwie im Schulunterricht zu dispensieren ist, davon muß es befreit werden. Durch die Befreiung vom Schulbesuch am Sabbath — die an sich, wo sie zu erreichen ist, aus den mannigfachsten religiös-pädagogischen Gründen gefordert werden muß — wird noch der siebente Teil der Woche gewonnen. Wir reden immer nur von Eltern, denen es mit dem Thoralernen der Kinder eine ernste und heilige Sache ist und die nicht — wie das vorgekommen ist — wenn ihr Sohn Gefahr läuft, infolge der Versäumnis am Sabbath ein paar Plätze herunterzukommen. den Jungen schleunigst am Sabbath wieder zur Schule schicken. Jm übrigen lehrt die Erfahrung, daß den Begabten, und diese sollen ja nur für den intensiven Gemorounterricht in Betracht• kommen, eine wirkliche Schädigung m ihrem nrofanen ,Wissen durch'das Fernbleiben vom;Schulbesuch am Sabbath nicht erfahren. -Jüdische Eealsclralen, die uns diesen Konflikt ersparen, werden aucn heute, wo nur irgend die Möglichkeit vorhan־״ den ist, zu gründen sein. Es ist ja auch, wenn man es recht bedenkt, und wie wir es schon oben hervorgehoben haben, sehr zweifelhaft, ob man statt der vielen anderen Gründe, die hier wirksam waren, die Schule selbst für die Abnahme des Thorastudiums verantwortlich machen kann. Und all die wichtigen Gründe, die schon so oft und in besonders eindring־־ lieber und klarer Weise von Direktor Mendel Hirsch in S. R. Hksch’s Jeschurun (B. IV—VI} für ihre Notwendigkeit geltesd gemacht wurden, bestehen auch heute noch zu Recht.