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Jeschurun · 1917-03-01 · Heft 3-4 (März 1917) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 3-4 (März 1917)
Date
1917-03-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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140 Erziehungsfragen in Ost ־und West. mit ihrem Leben von größerer Beschaulichkeit und Buhe den Alten eine größere Gelegenheit und Lust zum Lernen boten und den Jungen die physische Kraft bewahrten, die zu einer intensiveren geistigen Betätigung erforderlich ist; die jagende Hast in der Großstadt, in der eine unnatürliche Steigerung der Blüte des Erwerbslebens alle Kräfte absorbierte und den Alten Muße und Lust zum Lernen nahm5), während auch bei der Jugend sich trotz aller ״Entlastung in den Schulen“ eine merkwürdige Abnahme der Fähigkeit zeigte, das Lernen für die jüdischen Fächer zu bewältigen, wofür doch die vorausgangene Generation trotz des Besuches der staatlichen Schulen noch soviel Zeit erübrigt hatte. Die ganze materialistische Richtung der Zeit, die wie jede mit unbezwingbarer Kraft wirkende Macht auch die Besten, ihnen unbewußt, in ihren Bann schlug und ganz unmerklich das בס־ץ das ganz ursprüngliehe Gottvertrauen, untergrub, ein Gottvertrauen, das sich nicht nur in Reden und einzelnen Taten dokumentiert, sondern auch in der Bestimmung des ganzen Lebenslaufes und in den Entscheidungen für die wichtigsten Lebensabschnitte zum Ausdruck kommt. Die Belastung des Rabbiners mit einer solchen Fülle von dringlichen Aufgaben, daß sie überhaupt nicht mehr zur Selbstbesinnung kamen, das Fehlen jeder Anregung in den von לומדים völlig entblößten kleineren Orten. Die Inanspruchnahme mancher vielversprechenden Intelligenz für die Betätigung neuer politischer Ideale im Judentum, die dem intensiven Thorastudium den Boden abgrub und den kleinen Kreis des verbliebenen gesetzestreuen Kreises noch mehr lichtete. Der epigonenhafte Charakter der ganzen Zeit der ja nicht nur innerhalb des Judentums, sondern auf allen Gebieten der geistigen Betätigung der Menschheit, soweit *) Und nicht nur für das Lernen, sondern auch in der Erfüllung mancher anderen Gebote. Ich erinnere mich, um nur ein Beispiel zu erwähnen, wie מיושב in meiner Jugendzeit noch geort wurde, die סליחות vor ר" ח währten beinahe eine volle Stunde. Jetzt wird das ״Pensum״, wenn ich recht berichtet bin, in weniger als der Hälfte der Zeit *absol viert“.

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