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Jeschurun · 1917-03-01 · Heft 3-4 (März 1917) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 3-4 (März 1917)
Date
1917-03-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Erzieliungsfragen in Ost und West.!39 Und wir vermögen jetzt auch objektiver das Unlustgefühl zu würdigen, das manche' hervorragende; Männer bei der Gründung des Rabbinerseminars beschlich. Eine Anstalt mit einem Studien- und Stundenplan birgt dadurch, daß sie aut den Durchschnitt eine gewisse Rücksicht nehmen muß, in sich die Gefahr, daß die Individualitäten dabei nicht so sehr zu ihrem Rechte kommen. Des Ferneren beraubt das Doppelstudium das durch die unglückliche Forderung der Gemeinden, ihren Rabbiner mit dem Doktordiplom ausgestattet zu sehen, erzwungen wird, und daß die mit großem jüdischen Wissen Ausgestatteten ohne großen Schaden für das Thorastudium absoivieren, gerade die auf diesem ׳ Gebiete Schwächeren einer uneinbringlichen wertvollen Zeit zu ihrer Fortbildung. Endlieh steht ein priveligiertes reguliertes Berufsstudium an sich in Widerspruch zu der alten Tradition von der Anwartschaft auf ein Rabbineramt. Vielleicht sind alle die Ursachen, die wir dafür angegeben, daß diese Ideale, die Hirsch und Hildesheimer vorschwebten, nicht so in Erfüllung gingen, wie es im Geiste der Urheber gedacht war, gar nicht die wirklichen oder wesentlich in Betracht kommenden. Vielleicht hat uns nur die aller pragmatischen Geschichtsbetrachtung anhaftende Unsitte, den Nachweis zu erbringen, daß die Idee in "ihrer Entwickelung die Neigung zeigt, in Ihr Gegenteil umzuschlar gen und ihre Schwächen herauszukehren, dazu verführt, jene Bestrebungen selbst mit Vorwürfen zu belasten, für die in Wirklichkeit die außer ihrer Macht stehenden Verhältnisse die Schuld tragen. Denn das letzte Menschenalter brachte ja in Wirtschaft־׳ licher Hinsicht und für die Wandlung in den sozialen Verhältnissen der Juden und damit auch für Thorawissen und Thorabefolgung des gesetzestreuen Restes, mindestens eine solche Umwälzung wie sie für den Uebergang von der durch die Namen Auerbach, Bamberger, Ettlinger charakterisierten Zeit zu der folgenden oben geschildert wurde. Der noch viel stärker einsetzende Rückgang der kleineren Gemeinden, die

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