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Jeschurun · 1917-02-01 · Heft 2 (Februar 1917) · page 62

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 2 (Februar 1917)
Date
1917-02-01
Page
– (sequence 62)
Language
German
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!26 Zu Wohlgemuth’s Achad-Haam-Artikel. Monate, bevor ich den Aufsatz geschrieben, bei der zweimaligen Lektüre all seiner Abhandlungen gedacht, das gestaltete sich dann unter dem Zwange der inneren Anschauungsform im Kantischen Sinne, die ich freilich auf Grund meiner religiösen Überzeugung an alle Erscheinungen des jüdischen Lebens lege, zu d e m Gebilde, das für das Thema ״Achad Haam und das gesetzestreue Judentum“ nur diese Umrisse annehmen konnte. Wer darauf hin den Aufsatz noch einmal durchlesen wollte, der wird mir zugestehen, daß an keiner Stelle der Anlaß vorlag, von den erwähnten Dingen zu reden, und darum trat an diesen Stellen der Misrachi und alles, was mit ihm zusammenhängt, ganz von selbst nicht in meinen Blickpunkt. Wollen Sie mich in diesem Sinne blind nennen, ich nehme es an. Der Jeschurun ist keine Tages- und Wochenschrift, er berichtet nicht über bestimmte Ereignisse. Auch über das ״Leben im Judentum“ sucht er nur von größeren Gesichtspunkten aus zu referieren. Seit dem Bestehen des Jeschurun ist mir noch nie ein Aufsatz über Wesen und Bedeutung des Misrachi angeboten worden. Ich wiederhole, es ist mir noch nie einer angeboten worden. Dafür, ob ich ihn aufgenommen hätte, wäre immer nur das sachliche Moment entscheidend gewesen, ob der Autor etwas neues und Bedeutendes zu sagen hätte, und ob er es in eine dem Niveau der Zeitschrift angemessene Form zu kleiden verstanden hätte. Die zionistische Bewegung ist nirgends im Jeschurun ״bekämpft“ worden, einfach aus dem Grunde, weil ich offen gestanden, es für wichtiger halte, den Lehrgehalt des Judentums zu vertiefen als mich in unfruchtbare Diskussionen einzulassen, die uns nicht fördern und den Gegner nicht überzeugen. Auch in Zukunft 'gedenke ich nur das Wort zu nehmen, wo es die Abwehr gilt. Im übrigen sind Schriften von Zionisten im Jeschurun des öfteren und z. T. sehr eingehend gewürdigt worden. Einem jeden Autor den Mund zu verbieten, weil er es wagt, gegen den dreimal geheiligten Zionismus im Zusammenhang einer ganz anders gerichteten Erörterung eine Wendung zu gebrauchen, fällt mir natürlich nicht ein. Die Behauptung, der betreffende Autor habe mit der witzigen Phrase: ״Die Jagd nach der gesicherten Heimstätte“ die zionistische Bewegung abgewürgt, ist eine Übertreibung, die ich einem so besonnenen und abgeklärten Manne, wie Sie, verehrter Herr Struck es sind, nicht zugetraut hätte. Zumal diese Wendung dem Sinne nach fast in jedem der größeren Aufsätze Achad Haams vorkommt. Namen, wie Ephraim Adler und Abraham Berliner, die ich mit nicht geringer Verehrung nenne, sind keine Argumente. Ist es nötig, sehr verehrter Herr Struck, daß wir uns hier vor der Öffentlichkeit streiten? Leugne ich denn die trefflichen Qualitäten

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