Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1917)
- Date
- 1917-02-01
- Page
- – (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
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Tanaidi-ches. III eben, weil es Zeit war für den Herrn zu wirken“ (Ps. 119. 126). Ebenso Jer. 16. 11 ״Hätten sie doch mich verlassen, aber meine Thora gehalten.“ Doch an diesen beiden Stellen ist eine befriedigende Erklärung *sicht allzuschvvierig. Anders aber liegt es bei dem in Frage stehenden Midrasch, wo die Unterscheidung zwischen Gott und Thora als eine besonders auffallende bezeichnet werden muß. Vielleicht weiß einer «er kundigen Leser diese Schwierigkeit zu lösen. III. Ein in Talmud und Midrasch in mannigfachen Varianten gebrachter aggadischer Satz ist der an Exod. 18. 2ü angeknüpfte: «Tue ihnen kund den Weg, den sie gehen, und die Tat, die sie üben sollen.“ “•:והודעת לד bedeutet ihr Lebenshaus אה הדרך bedeutet Krankenpflege ילכד bedeutet Totenbestattung בה bedeutet Wohltätigkeit ראה הבלעסה bedeutet strenges Recht אסר יעע־ון bedeutet Gnade für Recht. (Mechilta, B. Kamma 100 a, B. Mezia 80 b). Dieser sinnvolle Midrasch ist eine reiche Fundgrube für homiletische Auslegungen. Es bedarf aber der Erklärung, aus welcher Veranlassung die Aggada sich gerade auf diesen Satz stützt. Mir scheint der Grund in dem unmittelbar darauf folgenden Vers Ex. 18. 21 zu liegen: ״Wähle dir aus dem ganzen Volk tüchtige Männer, gottesfürchtig, Männer der Wahrheit, die ten Eigennutz hassen, und bestelle sie zu Vorgesetzten über je tausend, je hundert, je fünfzig und je zehn.“ Der Midrasch deutet uns nun an, daß eine Organisation der Verwaltung schon seit len ältesten Zeiten sich nicht nnr auf die Rechtspflege, sondern auch auf andere Gebiete wie Armenpflege, Totenbestattung u. s. \v. erstreckte. IV. Gittin 58 a wird erzählt: ״Einst kam R. Josua ben Chananja nach lom, wo man ihm berichtete, daß ein Knabe von auffallender Schönheit dort im Gefängnis eingekerkert sei. Er ging an die Thür des Gefäng- »isses und rief: ״Wer gab Jakob der P ünderung pieis und Israel den Säubern? (Jes. 42. 24) Da antwortete der Knabe und sprach: ״War es?fleht der Herr, gegen den wir gesündigt und in dessen Wegen man nicht gehen und auf dessen Lehre man nicht hören wollte?“ (Jes. 42. 24) Da sagte er: Ich bin sicher, daß aus diesem ein Gesetzeslehrer (בלירה הוראה) in Israel erstehen wird. Wahrlich, ich lasse nicht ab, bis ich ihn für alles Geld, daß man fordert, ansgelöst habe. Und in der Tai, ©r ließ nicht ab, bis er ihn für eine große Geldsumme losgekauft hatte. Später wurde aus diesem ein Gesetzeslehrer und zwar R. Ismael ben Elisa.“ So weit der Talmud. Es entsteht nun die Frage, wodurch R. Josua zu der Überzeugung kam, daß der Knabe zum Gesetzeslehrer