Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1917)
- Date
- 1917-02-01
- Page
- – (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
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I IO Talmudisches. derheim und die Kinderküche. Die Türen zu den Privatwohnungen müßte ich Ihnen öffnen, Sie das tägliche Leben sehen lassen, das Leben den Aristokraten, des Durchschnittsbaalhabajis, des gedrückte» Mannes, des Bettlers. Und ein völlig neues Bild: den Schabbos im Judenland, die ruhende, feiernde Stadt und ein zweites: das kunsth' genießende, kunsttätige Volk ״das jiddische Theater“. Zuviel für Heute. Vielleicht ein anderes Mal. Talmudisches. Von Rabbiner Dr. S. Kaatz in Hindenburg O. S. n. In seiner Abhandlung ״Schuld und Sühne“ zitiert der Herausgeber des Jescliurun (III 471) den herrlichen Midrasch (Pesikta נצובח, Jer Makkot II 6, Jalkut Tehillim 702): .,Man fragte die Weisheit: ״Was ist die Buße des Sünders? Die Weisheit antwortete: ״Das Unglück verfolgt die Sünder“. (Prov. 13. 21) Man fragte die Propheten. Sie antworteten: ״Die Seele, die gesündigt, muß sterben“. (Ez. 18. 4) Man fragte die Thora, und sie antwortete: Er bringe ein Schuldopfer und es sei ihm vergehen. Da fragte man den Heiligen, gelobt sei er, und er gab die Antwort: Er bereue, und es sei ihm vergeben.“ Man lese die wertvolle Auslegung dieses WeisheitsWortes a. a. O. nach. Es wird dort mit Recht hervorgehoben, daß keine Rede davon sein könne, daß die verschiedenen Angaben der Sühne einander widersprechen, da den Weisen jedes Wort der Schrift heilig ist. Aber eine Schwierigkeit bleibt noch zu lösen: Wie haben wir den Schlußpassus aufzufassen: ״Da fragte man den Heiligen, geloht sei er“? Hier wird doch Gott in Gegensatz gestellt zu den salomonischen Sprüchen, zu den Propheten, ja zur Thora, also in Gegensatz zu den von ihm selbst in der heiligen Schrift ge offenbarten Sätzen d. h. zu seinen eigenen Worten. Wo hätte denn Gott seine Antwort gegeben, wenn nicht in der heiligen Schrift? Findet sich doch die Mahnung zur Reue vielfach in den Sprüchen, be! den Propheten und in der Thora. Was bedeutet also der Gegensatz von Gott und den biblischen Büchern? Zwar finden sich ähnliche Gedanken auch in anderen Midraschim z, B. am Schluß der Misehna Berachot: ״Sie haben deine Thora gebro-