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Jeschurun · 1917-02-01 · Heft 2 (Februar 1917) · page 48

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 2 (Februar 1917)
Date
1917-02-01
Page
– (sequence 48)
Language
German
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112 ggas5s«BsmsHra^^ Talmudisches. prädestiniert sei. Daß derselbe einen Satz aus Jesaja auswendig wußte, konnte kaum als etwas außerordentliches, noch weniger aber als ein Beweis ^afür betrachtet werden, daß der Knabe Anlage und Fähigkeit zu selbständigem Denken besitze Der Ausdruck בלררדז הוראדל weist offensichtlich auf eine Selbständigkeit der Auffassung hin1;. Worin lag nun aber diese Selbständigkeit? Folgendes diene zur Antwort•' Die Erzählung wird in Jeruscbalmi (Hör III 4) in etwas veränderter Form gebracht Aus der Vergleichung des Babli und des Jeruschalmiist m E. zu schließen, daß der genaue Wortlaut der Fr age in Jeruscbalmi, der genaue Wortlaut der Antwort in üabli zitiert wird. Danach lautete die Erage: ״Wer gab Jakob der Plünderung preis und Israel den Räubern? War es nicht der Ewig*?“ Darauf antwortete der Knabe: ״War es nicht der Ewige, gegen den wir gesündigt u. s. w.K ft. Josua gab also schon in seiner Frage die Antwort. (Das Wort 'דל hat ein Atnachto. also einen haupttrennenden Akzent) Das Kind aber verbesserte den Lehrer dahin, daß die Antwort keine vollständige, keine abgeschlossene sei, daß sie vielmehr erst dann verständlich und deutlich werde, wenn das folgende damit verbunden werde: ״War es nicht der Ewige, gegen den wir gesündigt u. s. w.“ In dieser Unterst? eichung und Hervorhebung lag die selbständige Auffassung des Knaben. Er bekennt sich in seiner Not und in der Not seines Volkes, für das er sich mitverantwortlich fühlt, zu dem gerechten Gott, der durch Heimsuchungen und Prüfungen Israel zur Sühne seiner Schuld und zur Besserung seines Wandels veranlassen will. So ist auch m E. die umstrittene Steile Pesachim Sb zu erklären, wo es heißt: .Zwei Schüler saßen vor Hillel, einer von ihn ex. war R. Jochanan b. Sakkai. Einer von ihnen sagte: ״Warum darf mai Trauben nur בטזדררל ernten, aber braucht Oliven nicht בטדזרדל zu. ernten?־* Und der andere sagte: ״Warum darf man Trauben nur בטדזרה ernten, aber darf Oliven :בטרנלאד ernten?44 Da sprach jener; rIch bim sicher, daß aus diesem ein Ge^etzeslehrer!בלררדל דלרראדל) in Israel erstehen wird.44 Später wurde aus diesem ein Gese zeslebrer “ Auf welchen vom beiden sich das bezieht, ist umstritten. (Vgl Ran z. St.) Meines Erachtens bezieht es sich auf den zweiten, also auf den, welcher den Ausdruck בטדנלאד־ג brauchte. Sabbat 17 a heißt es nämlich, daß Hillel selbst sagte ״Warum darf man Trauben nur בטדזרדל ernten, aber braucht Olivem nicht בטדלרדל zu ernten?44 Da der Ausdruck כלררדל הרראדל auf di® Selbständigkeit des Schülers hin weist, so ist er m E. auf den zu be ziehen, der nicht sklavisch die Worte seines Lehrers nachsprach, sondern •ie, ohne ihren Sinn zu verä dern, in einen kürzeren Ausdruck faßt®. l!l!!₪ii₪!!Jiüi

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