Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1917)
- Date
- 1917-02-01
- Page
- – (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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102 Psalm 18. sag feld haben den Psalm einem Spätem angewiesen, weil sie in ihm zu wenig Beziehung auf die Persönlichkeit; Davids gefunden zu haben glauben; wir glauben durch uhsere Beweisführung das Gegenteil bewiesen zu haben. Baethgen in seiner Art, alle Psalmen rnit individuellem Charakter in ein Gemeindelied umzudeuten, will auch in diesem!Lied ein Gemeindelied sehen ^so auch Löhr für die V. 32—51); ־und. zwar soll hier die Hoffnung Israels auf die Weltherrschaft ausgesprochen sein — eine Hoffnung, die sich nur im späteren Schrifttum finden soii. Als Beweis führt Baethgen eine Variante des Lucian im Sam. zu לראש 1 גריםV. 44) an, der 9 לארר גרים&>$) gelesen haben muß. Dieselbe soll an Gedankenreihen erinnern, die beim sogenannten DeuterojosaU (vgl. 42, ö; 4i?, Ü u. ö.) vorliegen. Doch glauben wir auf eine einzige Variante nicht viel geben zu dürfen. Die Berührungen in Sprache und Ideengang mit dem sogenannten Deuterojesaja, die Löhr anführs. stimmen zum Teil nicht, zum Teil sind sie an den Haaren herbeigozogen. Für eine Umdeutung im Sinne von Baethgen und Löhr bietet unser Psalm nicht die geringste Spur. überall tritt uns ein Individ uum entgegen; feiner werden erlebte Yoigiinge geschildert, nicht ideale. — Das höchste hat sich Duhm geleistet. Nach ihm ist unser Psalm ein deutliches Spiegelbild der äußeren und inneren Kämpfe der hasmonäischen Zeit und soll in allen Einzelheiten der Geschichte des Aiexander Janna'1 entsprechen1]. Da er mit den Phariäern in schwere Xonilikte verwickelt war, hatte er alles Interresse daran, sich als ״korrekten Befolger des Gesetzes׳‘ hinzusteilen. Ja Duhm weiß sogar, daß die Niederlage, die der Hofpoet so kunstvoll verhüllt hat (V. 4 ff), entweder die von Asophon oder die von Gadara ist. Gegen eine solche Exegese die das Gras wachsen hört, läßt sich allerdings nichts verbringenנ doch verstehen wir nicht, wie erstens ein so später Psalm in das Buch bam. eindringen konnte und wie ihn ferner alte Autoren benutzt haben können (8. ob.}. Ferner glauben wir nicht daran, daß ein noch so liebdieneriseher Hofpoet aui' einen blutdürstigen Tyrannen, wie es Aiexander Jannaii war, die V. 2lff. hätte dichten können. Vollends miverstündlich bleibt uns die iSeibstbezeicbnung als חסיד (V. 26), die ja nach Duhm Bezeichnung der Chassidäer ist. Wir glauben, auf die Anführung der übrigen Hypothesen vorzichten zu dürfen; wir wollten nur zeigen, zu welchen!Resultaten mitunter die sogenannte voraussetzungslose Forschung führt. T Spoer dagegen *a. a. 0.) meint, daß die ״Einzelheiten״ eher auf Johann Hyrkan passen.