Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1917)
- Date
- 1917-02-01
- Page
- – (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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Psalm 18. 99 für seine Frömmigkeit amz־ufassen (V. 21 ff.1). Im zweiten Teil tritt er uns als Kriegsheld entgegen. Er verfolgt seine Feinde, schlägt sie aufs Haupt, wird ein Haupt von Nationen, sogar fremde Völker unterwerfen sich ihm, da sie seine Macht fürchten. Er ist sich jedoch dessen bewußt, daß die Kraft und Macht, die ihm zum endlichen Sieg verholfen hat, von Gott allein stammt. Dieser Gedanke zieht sich wie ein roter Faden durch dieses Gesicht. Deshalb will er ihn unter den Völkern preisen. Es ist nun nicht richtig, daß die beiden Teile (V. 2—29, 30 bis öl ן ohne jede Beziehung zu einander stehen. Es w ird im Gegenteil vom einen auf den andern verwiesen. Auch aus V. 4 und V. 18 ersehen wir, daß der Dichter ein Kämpfer ist, der sich gegen mächtige Feinde zu erwehren hat. Ferner wird die ausführliche Beschreibung der Not und der Hilfe Gottes erst dann verständlich. wenn wir annehmen, daß es sich nicht um die Rettung eines ״Gesetzesfrommen“ von seinen peisönliehen Feinden handelt, sondern um die Befreiung eines Fürsten von!nächtigen äußeren und inneren Feinden. Wir sehen also, daß gerade 4er 2. Teil uns über die in V. 4 und 18 genannten Feinde aufklärt. Andererseits enthält der zweite Teil so viele Beziehungen auf den ersten, daß er ohne ihn geradezu unverständlich ist. Es ist schon darauf hingewiesen worden, daß durch beide Teile ein Gedanke sich hindurchzieht: die Anerkennung, daß Hilfe und Sieg von Gott stammt und der Dank dafür. Die besondere Betonung des göttlichen Beistandes bei seinen Kämpfen ist nur dann verständlich, wenn sie — wie die Rettung — eine gerechte Vergeltung für die im Leben bewiesene Frömmigkeit ist (V. 21—25). "Wir gewinnen jetzt ein klares Bild über die Stellung der W. 21—28. Im Unglück und Glück hat es der D. an sich erfahren, daß Gott jedem nach seinem Verdienst vergilt; im Unglück, daß ihn Gott errettet hat und im Glück, daß er ihn die Bahn des Sieges betreten ließ. Diese Verse sind also einerseits eine Schlußfolgerung einer Erfahrung, die der D. in schweren Leiden gewonnen hat, andererseits bilden sie eine Einleitung zum Verständnis seines Glücks. Sie bilden das Band, die die zwei Teile des Psalms und die ihnen entsprechenden zwei Perioden im Leben des D. miteinander verbinden. — Neben diesem innern Zusammenhang gibt es auch Beweise rein formaler Natur. V. 30 ist ohne die vorhergehenden Verse unverständlieh, ebenso wäre die Parenthese von V. 31—32 nicht zu erklären, wenn sie nicht als Hinweis auf den ersten Teil aufgefaßt wird. Inhalt* iich und sprachlich verweisen V. 34 auf V. 20; V. 31 b, 36, 47, 49 auf *) Y, 25 ist nicht als Variante zu V. 21 anzusehen (Löhr), sondern ist einerseits Ergebnis von V. 22—24, andererseits Einleitung zu V. 26 bis 27 7*