Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1917)
- Date
- 1917-02-01
- Page
- – (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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98 Psalm iS. chem alles mit einer gewissen Breite geschildert wird, fällt es uns nicht auf, daß dies der Rettung vorangehende Erscheinen Gottes in ausführlicher Schilderung dargestellt wird. Wir sehen also, daß die V. 8 bis 16 den Gedanken gang nicht stören, vielmehr eine Lücke ausfüllen, die bei ihrem Fehlen entstehen würde. Das formale Argument spricht auch nicht gegen ihre Echtheit. Löhr verfährt dabei sehr willkürlich. Es ist nicht richtig, daß in unseren Versen durchgängig Strophen von je drei Stichen vorliegen. Um diese herzustellen, muß Löhr V. 10 und 11a, V. 14 b und 15 zusammenziehen: ferner gesteht er selber zu, daft in V. i3 und 14 a in dem uns vorliegenden Text die Stichen nicht zu. erkennen sind. Es sei hier auch vorausgeschickt, daß auch die andere Aufstellung Löhr s nicht stimmt, wonach im ersten Lied ^V. 1—7, 17 bis 31) Strophen von je vier und im zweiten Lied (V. 32 — 51) solche von je zwei Stichen vorliegen. Richtig ist, — so *weit man es überhaupt wagen darf, Strophen aufzustellen —, daß in dem uns vorliegen־ den Text gewöhnlich solche von je zwei Stichen vorhanden sind; eine Ausnahme bilden die V. 3, 7 mit je vier Stichen und V. 8,9, 11, 16, 31, 44 mit je drei Stichen. Man sieht, daß sich diese Unregelmäßigkeit auf das ganze Lied verteilt. Kaum verlohnt es sich, Spoer zu widerlegen. Da V. 14 auf V. 7 bezug nimmt und dadurch auf den Zusammenhang von V. 8—16 mit de:11 Psalm hinweist, wird er von ihn! aus seinem Zusammenhang herausgerissen und hinter V. 7 gesetzt. Ein solches Vorgehen bedarf keiner Widerlegung. Ferner will es uns nicht einleuchten, inwiefern in dieser Teophanie eine Berührung mit dem Marduk-Tiämat-Kampf vorliegt. Wer sich nicht, wie Spoer, damit begnügt, auf zwei allgemein« Phrasen hinzuweisenי), sondern die betreffenden im ״Schöpfungsepos* mit unserer Teophanie vergleicht, der wird nicht die geringste Spur der Ähnlichkeit finden. Wir glauben also bewiesen zu haben, daß die Y. 8—16 ursprünglich zum Lied gehören und von ihm nicht zu trenne», sind. Jetzt wollen wir nachweisen, daß das ganze Gedicht eine Einheit bildet. Wie schon oben angedeutet worden ist, besteht unser Lied aus zwei Teilen: 1. V. 2—29, 2. V. 00—31. Im ersten Teil tritt der Dichter vollkommen passiv auf. Wie schon in der Überschrift angegeben ist, dankt er Gott für die ihm erwiesene Rettung. Da Gott jeden nach seinem Verdienst behandelt (V. 26—27). so ist seine Rettung als Lohn. *) Spoer verweist auf folgende Parallelen: ״Es schrie auf Tiämat ungestüm sich auf bäumend, im Tiefsten durch und durch erbebte ihr Gebein״ (Taf. IV, Z. 90—91) vgl. mit V. $ und auf die Bewaffnung, die die gleiche ist.