Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1917)
- Date
- 1917-02-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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90 Schiller als Bib&Udärer. kenntlich gemacht waren, um seinen Einfluß abzuschwächen. Aber das Gegenteil erfolgte, und der abgesetzte Naßi sah sein Unrecht ein und war bereit, seinen Fehler zu bereuen. Allein nur sein Eifer für die Wahrheit, seine Sorge um das bedrohte Judentum, um die Existenz der Thora hatte ihn hingerissen und die Grenze der Maßhaltung überschreiten lassen, nicht Eitelkeit oder Selbstüberhebung waren die Triebfedern für sein Handeln, das hat sein späteres Verhalten genügend erwiesen. Und was R. Gamliel nach dem Banne, den er gezwungen war über seinen eigenen Schwager zu verhängen, beteuern konnte,Herr der Welt! Dir ist es offenbar und kund, daß ich es nicht um meiner, nicht um der Ehre meines Vaterhauses willen, sondern nur um deiner Ehre willen getan habe, damit in Israel nicht die Trennung überhand nehme!“ das hätte er auch mit reinem Gewissen von seinem Verhalten gegen R. Josua ausrufen können. Schiller ais Bibelklärer. Von Rabbiner Dr. Rosenthal-Cöln. Die ״lange Kette von Begebenheiten von dem gegenwärtigen Augenblicke bis zum Anfänge des Menschengeschlechts hinauf, die wie Ursache und Wirkung ineinandergreifen“. zureconstruieren und ihre Glieder innerlich miteinander zu verbinden, erschien Schiller als der Zweck und Inhalt des Studiums der Universalgeschichte. Bei diesem Streben, die Grundzügeder Entwickelung der Menschheitsgeschichte bis in ihre ersten Anfänge zurückzuverfolgen, hat er besonders auch ״den großen Gesetzgebern des Altertums, Moses, Lykurg, Solon“ sich zugewandt, und den tieferen, inneren Plan ihrer Gesetzgebungen, die naturgemäß ebenso sehr die eine Entwickelungsreihe abschlossen wie eine andere eröffneten, zu ergründen versucht. Auch an der Urgeschichte der Menschheit, wie sie die ersten Blätter der Bibel