Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1917)
- Date
- 1917-02-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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88 ß Gamliel und E. Josua. Während diese sich gegen das fluchwürdige Verhalten der aus dem Lager der Judenchristen in das der pauiinischen Christen Übergegangenen, die durch Verleumdung ihrer ehemaligen Glaubensgenossen viel Unheil und Elend über sie ehoth 38 b ־unrichtig ist, irgend ein Oopist mag sie veranlaßt haben. Für die Lesart des Jeruschalmi Ber. 8 a und die des Bamidbar r. 18,21• דלבליבין spricht der ganze Inhalt der Formel. Die Ausdrücke ידוקי£ und *נלין werden im Babli oft verwechselt, wofür die Religionsgespräche Sanh. 38 aff. ein klassischer Beweis sind Daß die ursprüngliche Fassung nicht ולמלשינים, sondern ולנליכים ,war, darüber s. Landshut ד־לגי־רך לב z. St., Baer עבודת ישראל z. St.u.Elbogen, der jüd. Gottesdienst S. SSff.Vgl. auch Hoennicke, das Judenchristentum im ersten und zweiten Jahrhundert, S. 277. Eibogens Ausführungen, daß R. Gamliel mit der Einführung der Gebetordnung und der Einreihung der ברכת דלכליבים in dieselbe eine Ausscheidung jener Judenchristen, die noch immer an dem Synagogendienst teilnahmen, ja sogar als Vorbeter fungierten, habe bezwecken wollen, da diese weder in das Amen auf die Gebete um die Wiedereinführung der Opfer noch um die Ächtung der Minim einstimmen konnten, verdient Beachtung. — Es sei hier noch bemerkt, daß trotz des Auflösungsprozeßes in der Judenchristlichen Partei, noch über die Zeit R. Gamliels hinaus viele Juden- Christen, d. b. solche, die die Ausübung des sog. Ceremonialgesetzes betätigten, beim G-ottesdienst der Synagoge sich beteiligten. Dies geht aus einem Ausspruch des R. Abahu hervor, daß man in Palästina die ursprüngliche Verordnung nach dem monotheistischen Bekenntnis des שבלע das בש״כ״בל leise zu sagen aufgehoben und es laut zu sprechen an geordnet habe בלפני תרעומת דלכליבים, in Babylonien es aber bei der alten Verordnung geblieben sei, weil dort keine Minim sich vorfinden. In Palästina, wo die Propaganda für das Christentum viele Anhänger geworben hatte, sollten das monotheistische Bekenntnis alle laut ablegen, durch einen leisen Zusatz konnte der Judenchrist seinem Gewissen neben dem ״Einen״ noch einen? anderen WesenEaum zu geben, genüge tun, darum sollte bei diesem im Chorus gesprochenen Sch'ma dieser eingeschobene Satz laut gesprochen werden, es konnte da keinen der Verdacht, Minäer zu sein, treffen. In Babylon, wohin die Tätigkeit bis ״jetzt“ (עד דלשתא) nicht gedrungen war, fiel diese Befürchtung fort, und es konnte hei der alten Verordnung bleiben. (Pesachim 56 a) Die Anwesenheit von Juden- Christen in Palästina, während sie in Babylonien unbekannt waren, mag vielleicht der Grund sein, daß noch in der Amoräischen Zeit manche Rabbiner es nicht gern sahen, wenn Lehrer oder Schüler von Babylonien nach Palästina gingen. (Kethuboth 110 b). Vgl. dazu Hoennicke, a. a. O. S. 82, der die Tätigkeit der Apostel in Babylon leugnet.