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Jeschurun · 1917-02-01 · Heft 2 (Februar 1917) · page 23

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 2 (Februar 1917)
Date
1917-02-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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R Gamliel und R. Josua. 87 R. Gamliels in diesem Falle dieselben Gründe maßgebend wie in der Gebetfrage und es wäre uns damit die Einheitlichkeit in dem Verfahren des Naßi gegeben. Darum griff R. Gamliel scharf ein; das Interesse für das Allgemeine, nicht für seine Person, ließ ihn die Rücksicht auf R. Josua, den er durch seine lange Auseinandersetzung, jedenfalls zur Begründung seiner eigenen Ansicht, ihm stehend zuzuhören, zwang, vollständig fallen. Ob dieses Verfahren, das R. Josua schmerzen mußte ('צערי heißt es), nicht beleidigen — denn beleidigt hat ihn R. Gamliel keineswegs — ist wieder eine andere Frage. Erklärlicher ist das Benehmen R. Gamliels in der Gebetfrage. Wir sehen ihn besonders um die Wiederherstellung, der Gebetordnung bemüht. Die Gebetformeln waren zum Teil alt, manche reichen aller Wahrscheinlichkeit noch in die Zeit des ersten Tempels hinauf; ' im babylonischen Exil mögen einige zeitgemäße, wie z. B. die Bitte um die Wiederherstellung der Opfer, den Wiederaufbau Jerusalems usw. dazugekommen sein. Die Synagoge magna hat dann nach der Rückkehr aus Babylon die Gebetordnung endgültig festgestellt, aber, wahrscheinlich durch die Wiedereinführung des Opferdienstes, ist sie mit der Zeit beim größten Teile des Volkes in Vergessenheit geraten. Nur wenige Familien mögen es gewesen sein, in denen sie gewahrt geblieben, und einer dieser mag auch Simeon Hapakkuli (Berachoth 28 b) angehört haben, der den Auftrag von R״ Gamliel erhielt, sie, d. h. das Achtzehngebet, nach seinen Traditionen festzustellen, was er auch tat und sie dem Naßi zur Bestätigung vorlegte. Da ist dann dieses Achtzehngebet mit einigen Zusätzen, zu denen auch einer auf Veranlassung des Naßi eingeschobener gehört, zur Norm für ganz Israel geworden. Was mag wohl nun vorwiegend den Naßi zu seinem eifrigen Eintreten für die Wiederherstellung des Achtzehngebetes bewogen haben? Wir haben einen Fingerzeig dafür in der auf seine Veranlassung durch Samuel Hakatan verfaßten (das.) Birkath haminim1) *) Es ist keine Frage, daß die Lesart ב' ד!:צדרקים in babli Bera-

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