Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1917)
- Date
- 1917-02-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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R. Gamliel und R. Josua. 85 rühmten Namensvetter verwechselt werden. Daß der alte R. Zadok ein Kohen war (Berachoth 6 b מדלגי; היינו על גבי ארונות) hat Anlaß zu der Verwechslung gegeben. .War nun dieser R. Zadok einer von den vielen und nicht 4er hochberühmte Träger dieses Namens, so mag in seinem Verhalten selbst die Ursache für das Vorgehen R. Gamliels liegen. Dieser war durch die Tatsache, daß viele Jünger, die äußerlich als Anhänger des alten Judentums sich gebärdeten, während sie innerlich der neuen Lehre anhingen und die Messianität Jesu bekannten, gegen alle, die sich zu seinen Vorträgen zu drängen versuchten, mißtrauisch geworden. ״ בל מי שאין תוכו כברו אל יכנס לב״הDessen Inneres nicht dem Äußeren gleicht, der trete nicht in das Lehrhaus ein,44 war sein Maxime, nach der er auch handelte; der Jünger des Lehrhauses müsse sein, wie die heilige Lade, außen und innen reines Gold, nur dann dürfe sie die Bundestafeln bergen (Joma 72 b.). Daher kam es denn, daß die Anzahl seiner Hörer nur eine beschränkte war, denn vielen, welche die Zulassung verlangten, wurde sie nicht gewährt. Wohl mochte es ihm daher nicht gefallen und sein Mißtrauen bestärkt haben, daß dieser R. Zadok und der ״Schüler44, von dem wir noch zu sprechen haben, sich nicht mit der Anfrage bei einem Gelehrten begnügten, sondern weitere Auskunft zu holen suchten, um gleichsam eine erschwerende Antwort zu erhalten, die sie schließlich, wenn sie so skrupulös gewissenhaft gewesen wären, sich selbst hätten geben können1). R. Gamliel mag ‘in diesem Benehmen etwas heuchlerisches, eine aufdringlich an den Tag tretende religiöse Gewissenhaftigkeit gesehen haben, die nur die innere Unwahrhaftigkeit verhüllte. 'Darum mag er es wohl gemißbllligt haben, "daß man in einer Zeit, in welcher der neuen Religion gegenüber eine *) Diese Schüler, die hier und dort fragten, mag R. Gamliel wohl zu den Jüngern gezählt haben, die eben nichts anderes wollten, als Einwände erheben. Von solchen wollte er nicht gefragt sein und darum forderte er bei seinem Eintritt ins Lehrhaus nicht zu einer Fragestellung ^auf, wenn er solche als anwesend vermutete. Sifre Debarim Nr. 17.