Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1917)
- Date
- 1917-02-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2292929-2292969-2292972--01946-2295209- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
84 R. Graroliel und R. Josua. würdige auffallende Ähnlichkeit aufzuweisen. Zwei Fragende wenden sich an R. Josua um eine Auskunft in religiösen Fragen. Sie scheinen sich mit der Antwort nicht zufrieden zu geben, obwohl sie erleichternd entscheidet, und sie wenden sich jetzt an R. Gamliel. Was wollen Sie nun? Wollten sie lieber eine Erschwerung? Die hätten sie sich ja aus eigenem Willen auferlegen können. Hier liegt der Punkt, in welchen die Lösung für die Erregung des Naßi zu finden ist. Doch wir müsse» erst eine Vorfrage zu lösen versuchen. Wer war der R. Zadok, welcher die Anfrage gestellt, ob in Bezug der Körperfehler* die an den den Kohanim zur Hut übergebenem Erstgeburten der Tiere entstanden sind, alle Kohanim unter dem Verdachte, sie hätten sie ihnen, wenn auch nur mittelbar zugefügt, stünden, oder ob zwischen Chaberim und Nichtchaberim zu unterscheiden sei. Daß dieser R. Zadok nicht der berühmte Tannaite, von dem uns oft Aussprüche mitgeteilt werden, sein kann, liegt auf der Hand. R. Zadok, der vierzig Jahre lang um Jerusalems Erhaltung gefastet hat, muß um die Zeit, in welche der Vorgang von dem der Talmud berichtet, fällt ein mehr als neunzigjähriger Mann gewesen sein. Zur Zeit der Zerstörung Jerusalems, da R. Jochanan ben Sakai ihn herbeiholen ließ, um ihn Vespasian vorzustellen, stand er so in hohem Ansehen, daß jener sich vor ihm verneigte (Echa rabba I. 1.), Ist es denkbar, daß der viel jüngere R. Gamliel diesen hochgeachteten und hochgelehrten Greis so behandelt haben soll, wie den anonymen תלמיד אחד, den er anwies, den Zusammentritt derVersammlung und den Eintritt der בעלי תריסין abzuwarten denen doch keiner so wie dieser angehörte, um seine Verhandlung mit R. Josua mitanzuhören? Ja, es ist kaum denkbar, daß dieser Gelehrte an den jüngeren R. Josua die Frage stellte, der sich, wenn er eine Erschwerung hören wollte, sie sich selbst hätte auferlegen können. Zudem war er Hausfreund bei R. Gamliel (Beza 22 b, bezeugt durch seinen Sohn Eleasar), also hätte er sich doch an diesen zuerst wenden können. Der R. Zadok, vo» dom Talm. Bechoroth erzählt, darf nicht mit dessen be-