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Jeschurun · 1917-02-01 · Heft 2 (Februar 1917) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 2 (Februar 1917)
Date
1917-02-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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R. Gamliel und R. Josua. 83 Christentum, die Verpflichtung zur Beschneidung fiel fort, wie auch die anfänglich den Heiden aufgelegten Speisegebote, nichts vom Erstickten oder vom Blute zu essen, bis dann vollständig der Glaube an die Stelle des Tuns trat. Auch die Judenchristen sahen mit der Zeit von der Verpflichtung der Beschneidung für die Heiden, die ihnen beitraten, ab, während sie selbst noch in manchen Dingen zum mosaischen Gesetz sich bekannten. Aber gerade diese Judenchristen mit ihrer äußerlichen Übung des Gesetzes bildeten eine Gefahr für das Judentum, nicht die Heidenchristen; daß Heiden zum Christentum bekehrt wurden sah man eher als etwas Willkommenes an, war es ja der Beginn des Sturzes der Abgötterei und eine Mehrung der Gottes- Erkenntnis. Darum gilt der Kampf auch nie dem Christentum, das die Heiden Gott zuführte, sondern nur dem Judenchristentum, dessen Bekenner man als Minim bezeichnete, und deren Einfluß zu hemmen, setzte E. Gamliel sich als sein Lebensziel vor und um dies wirksam durchführen zu können, mußte er vor allem mit aller Macht die Autorität des Patriarchats und die Synhedrialbeschlüsse aufrecht erhalten. Von der Bedeutung der Monatsbestimmung haben wir schon gesprochen und der Machtspruch des Naßi gegen den Abbethdin ist erklärlich, wenn er der Mitwelt auch als zu scharf erschien; R. Gamliel mag ihn selbst wohl bereut haben, wie aus seiner die Größe R. Josua preisenden starken Gefühlsäußerung zu erkennen ist. Anders liegen die beiden anderen Fälle. Anscheinend sind sie nicht so inhaltsschwer, daß sin den Naßi in hohem Grade hätten erregen können. Angenommen, es stände ihm als Naßi ein Vorrecht zu, für seine Entscheidung die allgemeine Geltung zu beanspruchen, so haben wir hier aber noch gar nicht erfahren, daß er in betreff dieser zwei Fragen schon eine Entscheidung ausgesprochen hatte. In Wirklichkeit hat ja, wie wir oben schon bemerkt, die Halacha sich in dem ersten Falle für R. Gamliel, im zweiten für R. Josua Entschieden. Es scheint aber, daß hier ganz andere Faktoren mitsprechen. Die beiden letztgenannten Fälle haben eine merk- $*

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