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Jeschurun · 1917-02-01 · Heft 2 (Februar 1917) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 2 (Februar 1917)
Date
1917-02-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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R. Gamliel und R. Josna. 81 itisehen und Hillelitischen Schulen auszugleichen, die zur großen Gefahr für die Einheit des Judentums und der Judenheit sich ausgewachsen hatten. Abgesehen davon, daß man mit Strenge nicht ausgleicht und damit nicht Meinungen und Ansichten unterdrückt, um mit Schammais Methode der Strenge Hillelitische Milde, so ungefähr meint Gr., zu erzwingen, so ist es ganz unerfindlich, warum der Partiarch gerade den Hilleliten Josua seine Strenge hat fühlen lassen, gegen den gewiß kein strenges Vorgehen notwendig war, wie aus der Tatsache hervorgeht, daß er einmal ganz aus freien Stücken an den Gräbern von Schülern Schammais Abbitte getan, weil er über eine Anordnung, die sie getroffen, sich mißbilligend geäußert (בושני מדבריכם ב״ש) und die er bereute, nach dem man ihn über seinen Irrtum aufgeklärt hatte (נענתי לכם עצמות ב״ש)* Chag. 22b. Mögen im Anfänge, nachdem die Meister gestorben waren, die Meinungskämpfe heftig gewesen sein und zu Tätlichkeiten geführt haben, wie aus jer. Sabbat 3 c. hervorzugehen scheint, so war doch zur Zeit der Präsidialgewalt R. Gamliels das Stadium der Erregtheit überwunden. Beide Schulen standen sich Verständnis- und vertrauensvoll gegenüber, die Gegensätze der Meinungen ließen keine persönlichen Gegensätze aufkommen, man ehrte die Meinung des anderen, keine Partei wollte der anderen ihre Meinung auf drängen, und die eine durfte von der anderen erwarten, daß sie von jener werde zurückgehalten werden etwas zu tun, was sie selbst als unstatthaft ansehen würde, wenn selbst die warnenden es als statthaft ansähen. (Jebamoth 14b) Hören wir aber noch, wie die Lehrer des Talmud über das persönliche Verhältnis der beiden gegnerischen Parteien sich äußern: ״In Liebe und Freundschaft verkehrten sie miteinander, mm den Vers zur Wahrheit zu machen: ״liebet Wahrheit und Frieden“, dann kann man wirklich nicht auf den Gedankem kommen, R. Gamliel hätte mit rücksichtsloser Schärfe di• Autorität des Patriarchen aufrechthalten müssen, damit durch die Zwietracht der Schammaitisehen und der Hillelitischen Schulen das Judentum und die Einheit der Juden nicht gefährdet werde. Hier lag weder für das Judentum noch für di• €

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