Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1917)
- Date
- 1917-02-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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So ß. Gamliel und K. Josua. reiften in freundschaftlichem Verkehr. N11n ist es der Fürst R. Gamliel, der mit seinen Freunden, unter denen auch R. Josua. eine gemeinschaftliche Reise nach Rom unternimmt. Es war im Jahre 95, da von Domitian Juden und Judentum bedrohende Edicte herausgegeben waren. Es liegt demnach gar kein Grund ▼or anzunehmen, daß der Naßi zu seinen Ab bethdin in keinem freundschaftlichen Verhältnis gestanden hatte; ja wir sind b&- rechtigt, anzunehmen, daß auch in den peinlichsten Situationem R. Gamliel nie das Gefühl der Hochschätzung für den Ab bethdin Terloren hat. Wie er den R. Josua, nachdem er sich selbst überwindend dem Gebot des Naßi Folge geleistet hatte, stürmisch an seinHerz drückt und ihn seinen Schüler aber zugleich auch seinen Lehrer nennt, das bezeugt, daßin ihm die Hochachtung u. Neigungfür den Gegner nie erloschen war. Irgend ein persönlicher Grund oder gar eine niedrige Gesinnung, wie eben Neid auf die Popularität des R. Josua, oder seine Autorität bei dem Volke, oder seine Beziehungen zu den höfischen Kreisen kann es nicht gewesen sein, was R. Gamliel zu seinem schroffen Vorgehen gegen R. Josua veranlaßt hat. Dagegen spricht sein goldreiner Charakter. Wie groß erscheint uns R. Gamliel. wenn er nach seiner Absetzung sich zu den Füßen seines Nachfolgess setzt, um seinen Vorträgen zu lauschen. Dort auf dem Sitz, den er als Naßi eingenommen, sitzt ein anderer, dem man seine Würde übertragen, und er will ohne Haß und Neid nicht mehr sein als jeder andere Wer unter Tausenden wäre fähig das zu tun, was R Gamliel getan hat! Er hielt sich nicht grollend abseits ״keinen Tag fehlte er im Lehrhaus“. Jeder Zoll ein Fürst! Fügen wir aber auch gleich hinzu, dass R. Josua ihm ebenbürtig war. Er war es, der die Wiedereinsetzung R. Gamliels betrieb und die Aufgabe übernahm R. Eleasar zur Verzichtleistung auf seine Würde — die ihm schließlich zum Teil überlassen wurde — zu überreden. Er dachte nicht an die Behandlung, die der Naßi ihm einst hatte zu Teil werden lassen. Was bewog nun R. Gamliel zu seinem schroffen Vorgehen gegen R. Josua? Grätz führt diese rücksichtslose Strenge auf seineBemühungen zuriick,die Streitigkeiten zwischen denSchamma-