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Jeschurun · 1917-01-01 · Heft 1 (Januar 1917) · page 53

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 1 (Januar 1917)
Date
1917-01-01
Page
– (sequence 53)
Language
German
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Das Lied vom wackeren. Weib. 53 Das Lied vom wackeren Weib. (Mischle Kap. 31. Vs. 10 — 31). Von Dr. Ed. Biberfeid, Berlin1). Wie seit ]eher die bildenden Künste, Skulptur und Malerei, bei ihrer Schaffensfreudigkeit mit Meißel und Palette in der erreichbar vollendetsten Nachbildung der Gestalt des Weibes die letzten Grenzen all ihres Strebens und Vollendens erblickten, so hat zu allen Zeiten auch die Dichtkunst sich gemüht, dem Erlebnis: Weib, jenem Ansturm widerstrebendster Regungen und Empfindungen, die, vermöge ihrer seelisehen Complicirtheit und der Mannigfaltigkeit ihrer LebensL betätigung die Frau in der Brust des Mannes weckt, den zugleich erschöpfendsten und künstlerisch vollkommensten Ausdruck durch das geschriebene oder gesprochene Wort zu verleihen. Wobei freilich immer das Temperament und die Verschiedenartigkeit der Lebensauffassung dem Wort die Färbung gaben und die denkbar möglichen Abweichungen im Urteil bewirkten: dem einen ist das Weib die Krone der Schöpfung, während sie dem anderen das Monstrum der Bibel und endlich dem dritten einfach ״das Rätsel Weib“ ist. So hat die Frau im Verlauf der Zeiten in ungezählten Dichterherzen die Flamme der Begeisterung entzündet und ist zum Dank dafür von ihnen als Mutter, als Gattin, als Geliebte, als Seelenfreundin besungen und verewigt worden. Aber in einer Eigenschaft hat sie in ihnen keinen Herold ihres Ruhmes gefunden, die dieser Anerkennung doch am würdigsten gewesen wäre; an der Frau als der Herrin des Hauses sind sie achtlos vorübergegangen und keiner hat auf dieser Seite ihres Lebensbuches Qualitäten zu entdecken vermocht, die der Erhebung zum Lied würdig erscheinen möchten. Alle bis auf einen, der dafür aber auch der größten Dichter einer und dazu ein Weiser war: König Salomo in seinem der אשה היל gewidmeten Hymnus, der den Schlußstein seiner in Spruchform gegossenen Lebensweisheit bildet. l) Zum 23. Tebeth. dem ersten Jahrzeitstag seiner עיקרת דזביוז.

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