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Jeschurun · 1917-01-01 · Heft 1 (Januar 1917) · page 50

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 1 (Januar 1917)
Date
1917-01-01
Page
– (sequence 50)
Language
German
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50 Professor Kittels Obergutachten. die Sammlung der Menschen in seiner Macht geschädigt werden. “ Glaubt denn Prof. K. wirklich im Ernst, die alten Israeliten hätten von dem Gott, der nichts weiter bedurfte als vom Himmel herniederzufahren und durch die Sprachen- Verwirrung deir Einheit des Menschengeschlechts ein plötzliches Ende zu machen, also von dem sich als den Allmächtigen kundgebenden Gott den Glauben gehabt, er habe eine ״Angst“ und eine ״Sorge“ gehabt? ,Allmacht und kindisehe Angst und Sorge zugleich haben die alten Israeliten, auch wenn sie sich ihre ״Volksreligion“ aus eigener Phantasie konstruierten, ihrem Gott auf keinen Fiall zugeschrieben. Prof. K. aber stellt sich das Unmögliche vor. .Er weicht wieder wie bei der vorigen Erzählung der Majestät des Inhalts des Schriftwortes aus und vernimmt nicht, was da gesagt ist. Es handelt sich um ein Gottesgericht über die in Babylon zusammengerotteten trotzigen Stolzen, die sich unvergänglichen Ruhm begründen, eine Weltherrschaft aufrichten und die Einheit fest begründen wollten. Da sprach Gott: ״Lasset uns herniederfahren und ihre Sprache verwirren.“ Für moderne Gelehrte eine kindische Rede und ein Beweis, daß das eben ״Volksreligion“ ist. Ein christlicher Gelehrter, der wenigstens ans Neue Testament glauben sollte, weiß aber, daß Jesus zum Weltgericht sichtbar herunterkommen wird, so, wie man ihp; hat gen Himmel fahren sehen (Ap. Gesch. 1,11), daß er, wie der Apostel Paulus als ejn Wort des Herrn den Thessalonichern sagt (1. Thess. 4,16), ״mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels jmd mit der Posaune Gottes herniederkommen wird vom Himmel.“ Also an diesem ״Herniederfahren“ Gottes vom Himmel sollte für einen chr.lstlichen Theologen nichts Befremdendes sein. Genaueres über das Wie enthält unser Schrifttext nicht. Die Volksphantasie würde, wenn die Erzählung wirklieh nichts weiter wäre als ein Stück selbstgemachter frühisraelitischer Volksreligion, es nicht unterlassen haben, sie auszurnalen. Gerade darin, daß die Geschichte solcher Aus-

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