Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- – (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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Professor Kittels Obergntacliten. 35 von der nämlichen Klasse von Theologen, welche auch an die Wurzeln des Neuen Testaments die Axt zu legen sich berufen fühlt und ihre ,,wissenschaftliche'״' Freude daran hat: sodann vom Antisemitismus neueren Datums. Während ein Eisenmenger und seine Kompilatorer! als Christen Scheu davor hatten, in den heiligen Schriften der Juden nach Spuren schmutziger Wäsche, die sich etwa in ihrer Gotteslehre fänden, zu suchen und sie auszuhängen, hat der heutige Antisemitismus diese Scheu überwunden und Ist ins Heiligtum selbst eingedrungen, um es zu besudeln. Es ist keine Frage, dal?! solche infamen Angriffe aufs A. T., von denen das Fritsch7sehe Buch ״Mein Beweismaterial gegen Jv.“ strotzt, nicht außer Zusammenhang stehen mit den profanen alttestamentliehen Kritik der protestantischen Theologen, durch welche sich der Antisemitismus ermutigt fühlt, seinem Fanatismus die Zügel schießen zu lassen. Freilich hat sich Fritsch, wie Professor. Kittel in seinem Obergutachten gezeigt hat, durch seinen Dilettantismus und seine Ungereimtheiten lächerlich gemacht. Die Niederlage, die ihm Prof. K. bereitete, war beinahe eine totale. Beinahe, sagen wir. Fritsch hat bei allem Ärger über Prof. K. doch alle Ursache, mit ihm recht zufrieden zu sein und kann bei künftigenAngriffen auf den Judengott Jv. sich aüf Prof. K. und auf die lobenden Besprechungen beziehen, welche das KittePsche Obergutachten im Theol. Literaturbl. (1915, Nr. 14) u. in ״Saat auf Hoffn.“ (1915, 88ff.) gefunden hat. Keine dieser Besprechungen hat es angezeigt gefunden, zu den abfälligen Urteilen des Prof. K. über Jv. auch nur ein Fragezeichen zu machen. Fritsch hat darum! nur Ursache, voll Dank gegen solche ihm gewordenen Bestätigungen zu sein. Wir haben von unserm cjhristlichen Standpunkt aus jene günstigen Besprechungen ungemein bedauert und möchten im Folgenden, was sie unterlassen haben, nachholen, indem wir einiges aus dem Obergutachten des Prof. K. herausgreifen und näher beleuchten, wobei wir von vornherein uns dagegen verwahren, als ob das, was wir unbesprochen ließen, unsere Zustimmung gefunden hätte. Je. 3*