Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- – (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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34 Professor Kittels Obergutachten. Einleitung. Als Dokumente der Gottesoffenbarungen waren die alttestamentlichen Schriften den Aposteln und ihrem Meister Schriften von allerhöchster Autorität: heilige Schriften. (Rom. 1,2). Mit einer Gewißheit, die allen Zweifel ausschloß, berufen sie sich auf das im A. T. stehende Gotteswort: ״Es stehet geschrieben.‘־ Daß die Juden von ßeröa an ihren heiligen alttestamentlichen Schriften prüften, ob ״sich’s also hielte“, wie die Apostel ihnen predigten, berichtet der Vf. der Apostel-Geschichte mit dem Ausdruck des Lobes (17,11). ״Weil du von Kind auf die heilige Schrift 1 kca Ypccp.jj.ava) weißest, kann dich dieselbe unterweisen zur Seligkeit“, schreibt Paulus an seinen Schüler Timotheus (2. Tim. 3,16) und fährt fort (immer die alttestamentlichen Schriften meinend) :״ ׳Jede Schrift, weil sie &eö1cvsu5v05 ist (d. h. weil sie dadurch entstanden, daß Gott ihre Verfasser mit seinem Geist angehaucht hat), ist auch nützlich zur Belehrung, zur strafenden Überführung, zur Wiederher-? Stellung in den richtigen Lebensstand, zur Erziehung in der Gerechtigkeit.“ Jede Schrift! — Diese Ehrfurcht gegen die heiligen Schriften Alten Testaments hat die christliche Kirche, dem Beispiel ihres Meisters folgend, je und je bewahrt. Auch in Zeiten, wo sie sich verirrte und den ״gottlosen“ Talmud durch Feuer vernichten zu sollen glaubte, war sie weit davon entfernt, an der.Heiligkeit des A. T. zu rütteln, geschweige denn es ausrotten zu wollen wie den Talmud. Es waren und blieben Thora, Propheten und Hagiographen die unveräußerlichen heiligen Schriften auch der Kirche. Mit goldenen Lettern steht das Tetragramm oder der vierbuchstabige Gottesname über vielen christlichen Altären und Kanzeln und Kirchenportalen, und die Kirche bezeugt damit, daß er auch für. sie noch Geltung hat; so auch in mancherlei ihrer Lieder, wie z. B.: ״Dir, dir, Jv., will ich singen; denn wo ist doch ein solcher Gott wie Du!“ Angefochten wird die Heiligkeit des Alten Testaments und des darin ״zu den Vätern redenden Gottes“ (Hebr. 1,1)