Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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- Malbim 1× ep/1002711
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Talmudisches. 29 sitz des Verstorbenen in das Eigentum des neuen Ehemannes über, und nach dessen Tode teilten sich alle seine Söhne, auch die aus einer andern Ehe, in das Erbe. Richtig ist, daß der Versuch Saadias. die traditionelle Deutung in den Bibelvers hineinzutragen, als ein tendenziöser bezeichnet werden muß. Wenn Saadia und nach ihm viele andere z. B. Malbim, S. R. Hirsch u. s. w. den Ausdruck בכיר auf den Bruder beziehen, also den Drasch in einen Pschat umwandeln wollen, so muß einem solchen Versuch der gerade in Verbindung mit unserm Satz von der Gemara (Jebamot 24 a) hervorgehobene Grundsatz entgegengehalten werden: ״ אין כלקרא יר:צא בלידר פשרטוKein Vers darf anders als nach seinem Wortsinn ausgelegt werden.“ Es ist daher notwendig, zunächst einmal den Wortsinn des Verses zu untersuchen: Der Ausdruck בכור־ kann sich, wie das darauf folgende אשר תלד zeigt, nur auf das in der Schwagerehe geborene Kind beziehen. Rätselhaft bleibt es allerdings, warum die Schrift dieses Kind בכיר nennt. Dieser Ausdruck bezeichnet sonst immer den erstgeborenen Sohn. Das kann aber hier nicht der Fall sein. Denn vielleicht ist das erstgeborene Kind eine Tochter. Ueberdies gilt das Gesetz ja auch, wenn der die Schwagerehe vollziehende Bruder bereits einen Sohn hat. Ebenso, wenn die Frau von ihrem verstorbenen Mann ein Kind hatte, das beim Tode des Mannes nicht mehr am Leben war u. s. w. Es bleibt daher nichts anderes übrig, als unter בכור den ältesten Sohn zu verstehen. Und nun zur Hauptfrage: Was bedeutet יערם על שם אחיו דלכלת Der Ausdruck ist dunkel und unbestimmt. Ebenso wie an den gleichlautenden Stellen des vierten Kapitels des Buches Ruth, wo ein der Schwagerehe ähnlicher Vorgang geschildert wird. Ziehen wir dieses Kapitel zum Vergleich heran. Es enthält viele einer Erklärung noch harrende Steilen. Es ist dort (Ruth 4. 3) die Rede von einem Grundstück, das Naomi verkauft hat. Wann und wem sie es verkauft hat, ist unbekannt. In der Verhandlung erklärt sich der Löser bereit zu lösen. Aus wessen Hand er es lösen will, und wie es mit der Zahlung des Kaufpreises steht, wird nicht erzählt. Weder Naomi noch ein Besitzer des Grundstücks scheinen bei der Verhandlung anwesend zu sein, von Geld ist überhaupt nicht die Rede. Als der Löser darauf aufmerksam gemacht wird, daß er das Grundstück von Ruth erwerbe, um den Namen des Toten auf dem Erbteil aufstehen zu lassen, wmigert er sich es zu lösen, um sein Erbteil nicht zu verderben. Was das bedeutete ist unklar. Es ist dann die Rede vom Ausziehen des Schuhes, eine symbolische Handlung,־ die zwischen Boas und dem Löser stattfmdet, nach deren Vollzug Boas erklärt: ״Ihr seid heute Zeugen, daß ich die ganze Habe Elimelechs und die ganze Habe Kiljons und Machions aus der Hand Naomis gekauft habe, und auch Ruth, die Moabiterin, das