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Jeschurun · 1917-01-01 · Heft 1 (Januar 1917) · page 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 1 (Januar 1917)
Date
1917-01-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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24 Ein. Beitrag zu: ״Charles Dickens und die Juden*. freundschaftliche Gefühle für das jüdische Volk habe. Ich spreche stets Gutes von ihnen, sowohl privat, als auch öffentlieh, und bezeuge, wie es auch meine Pflicht ist, ihre vollkommene Ehrenhaftigkeit (״perfect good faith“) in Angelegenheiten, in denen ich je mit ihnen zu tun hatte; in meiner ״Geschichte Englands für die Jugend“ habe ich keine Gelegenheit versäumt, um auf ihre grausamen Verfolgungen in alter Zeit hinzuweisen. Ihr sehr ergebener Charles Dickens. Brief II. 14. Juli 1803. Sehr geehrter Herr! Empfangen Sie, bitte, meinen besten Dank für Ihren freundlichen Brief und seine Einlage. Es widerstrebt mir sehr, Sie zu behelligen; doch glaube ich auf Ihre Vergebung rechnen zu können, wenn ich wage, einiges über den jüdischen Charakter zu sagen. Ist es wirklich eine Tatsache, daß die jüdische Religion und Rasse nicht von einander zu trennen sind? Wenn ein Jude zu einem anderen Glauben Übertritt, wird er nicht mehr als Angehöriger der jüdischen Rasse angesehen, weder von seinem eigenen Volke noch gegebenenfalls von den Heiden, zu denen er übergetreten sein könnte. Bezeichnet irgend jemand Disraeli als den Juden? — Ich kann die Tatsache nicht bestreiten, daß zu der Zeit, in welcher Oliver Twist spielt, manche Juden Hehler von Diebsbeute waren, und obgleich nach meinem Empfinden es schwer ist, da einen Unterschied zu machen, glaube ich doch nicht, daß es irgendwie erwiesen ist, daß es jemanden gab, der so gemein war, junge Diebe in der Weise abzurichten, wie in dem Werk geschildert wird. Wenn ferner, wie Sie bemerken, jedermann einsehen muß, daß die anderen verbrecherischen Charaktere Christen sind, sosind ihnen doch immerhin die Charrktere guter Christen gegenübergestellt. Dieser arme schlimme Fagin steht allein — der Jude. Wie dankbar sind wir Walter Scott und Frau S. C. Hall für ihre Schilderung einiger Typen unserer Rasse; doch der Jude von York 1 war auch kein Muster von Tugend. Ich hoffe, wir werden Ihre gutej Meinung von unserer Vernunft und Gutmütigkeit nicht verwirken; vielleicht sind wir überempfindlich, aber sind wir nicht auch über die Maßen mißhandelt worden? Werden wir nicht beständig gequält durch die kleinen Nadelstiche, die uns plagen, die aber an und^ für sich zu unbedeutend sind, um unschädlich gemacht zu werden? Nur wenn ein großer Mann gegen uns zu sein scheint, dann beklagen wir uns. Wir 1j Figur aus dem Roman ״Ivanhoe“ v. Scott.

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