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Jeschurun · 1917-01-01 · Heft 1 (Januar 1917) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 1 (Januar 1917)
Date
1917-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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12 Erziehungsfragen in Ost und West. material nichts tatsächliches bietet, in E i n z e 1 forschungen Punkt für Punkt den Nachweis führen, daß alle Behauptungen im besten Falle nur Wahrscheinlichkeitswert haben, aber nicht absolute Wahrheit geben, daher nicht im Stande sind, den Glaubensinhalt ernstlich zu gefährden. Ernste, gediegene vom Gegner nicht zu unterschätzende Arbeit gilt es zu leisten! Nicht um den Gegner zu belehren. Die meisten wollen nicht belehrt sein. Aber unsretwillen damit wir den Problemen, die nun einmal vorhanden sind, kühn ins Auge schauen können, damit uns nicht jeder Hauch aus dem Blätterwald peinlich berührt, damit wir auf die gottgewollte und von Gott geschenkte Vernunft uns stützen können. Von hier aus erkennen w־ir die ungeheure Bedeutung der Lebensarbeit unseres Meisters ה׳ יאריך ימיו ושנותיו des Sektors Dr. Hoifmann, der, wo immer er auf dem Gebiet der Pentateuchexegese geschrieben, dem denkenden Gläubigen die Schwierigkeiten gelöst. Bedauerlich bleibt es nur, daß gegenüber der Naturwissenschaft von jüdisch-sachverständiger Weise so ״wenig geschieht, daß unsere religiösen Ärzte und Naturforscher es den christlichen Kollegen überlassen hier zu arbeiten, die für uns doch nur Halbes leisten können 1). Und nun zur anderen Seite: der Entscheidung über das, was integrierender Bestandteil unseres Glaubens ist. Auch da bieten sich den Bekennen! andrer Religionen geringere Schwierigkeiten. Ihre Religion ist Dogmatik und darum festgelegt, jedenfalls durch die Arbeit der größten Autoritäten immer von neuem fest umgrenzt. Wir brauchen sie ־wahrlich nicht um ihre Dogmatik zu beneiden, aber sie hat doch den Vorteil, daß man weiß, woran man sich zu halten hat. 2} Das klassische Werk von Preuss: Bibiisch-talmiiäisclie Medizin, das in der Wissenschaft einen hohen Dangeinnimmt, kommt der Natnr seines Gegenstandes nach hier eigentlich nicht in .Betracht. Dennoch ist es allein schon durch die Scheidung, die es zwischen Wissenschaft־ licher Heilkunde und Volksmedizin macht, von ganz außerordentlicher Bedeutung für den» der mit wissenschaftlichen Sinn veranlagt durch so mancherlei seltsame Heilvorschriften im Talmud sich beunruhigt fühlen kannte.

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