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Jeschurun · 1917-01-01 · Heft 1 (Januar 1917) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 1 (Januar 1917)
Date
1917-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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8 Erzielmngsfragen in Ost und West. stand auf hoher geistiger Stufe, es hat mehr als die folgenden das Wesen Gottes und seiner Lehre vernunftgemäß erfaßt. Und nun die rabbinische Periode? Sie wird begleitet von einer religionsphilosophischen Literatur, deren Vertreter bei aller Gegnerschaft im Einzelnen einig sind in der Behauptung: die vernunftgemäße Begründung der letzten Wahrheiten ist nicht nur nützlich und empfehlenswert, sondern erste und heiligste religiöse Pflicht. Denn die Antipoden der Philosophen, die Kabbalisten wollen ja ihrerseits auch nichts anderes als eine philosophische Betrachtungsweise, das Weltbild im mystischen Gewände geben. Wohl begegnen uns euergische Rückschläge, im zweimaligen Kampf um die maimonideischen Schriften als Reaktion gegen einen übertriebenen Rationalismus des Maimonides und noch mehr seiner Epigonen, in den Schriften eines Josef Jawetz als Ergebnis der trüben Erfahrungen, die er in den Zeiten der schwersten Leiden und Prüfungen mit den philosophisch Gebildeten gemacht. Man kann seine leidenschaftliche Abneigung verstehen, wenn man in seinem אור החיים liest: Die meisten von denen, die ihren Ruhm in der Wissenschaft suchen, 3 a man möchte fast sagen, sie alle, haben ihren Glauben verraten am Tage des furchtbaren Ratschlusses, und die Frauen und U11־ gebildeten haben Gut und Blut hingegeben für die Heiligung ihres Schöpfers.“ — Und der erzwungene Abschluß von den Quellen der Bildung hat in der Periode des spezifischen Pilpuls oft den Sinn für die philosophische Erfassung des Glaubens geschwächt oder gar getötet. Da kommt es denn zu solchen Kuriosa, wie daß Mah'rseha, dies Muster eines klarer! und nüchternen Kopfes die Meinung verficht, das Essen des Leviathan in der künftigen Mahlzeit der Frommen wäre durchaus buchstäblich zu nehmen, und eine Verleugnung wichtiger religiöser Prinzipien in der rationalistischen Auffassung sieht, während der Sonar, dieser Inbegriff aller Mystik aufs entschiedenste die gegenteilige Ansicht vertritt1). Doch das alles sind Rückschläge, Einzelerscheinungen, die das Gesamt- ף Angeführt bei Iteggio חידה דחפילרסרכיא“ S. 76 f.

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