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Jeschurun · 1917-01-01 · Heft 1 (Januar 1917) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 1 (Januar 1917)
Date
1917-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Erziehungsträger! in Ost und West. 5 Was pflegen wir zu antworten, wenn das alles auf uns einstürmt? Wir pflegen hinzuweisen auf die Wandelbarkeifc aller Theorien, wie mindestens in jedem halben Jahrhundert eine neue Formel gefunden wird, die mit einem Schlage alles Gewonnene umstürzt, wie der rationalistischen die spekulative, der spekulativen, die historisch-kritische Riehtung gefolgt und andererseits die Rechnungen nach der Formel nie ohne Rest aufgehen: ״Wenn auch die ganze Welt in ihr Inneres gebracht wird und wenn sie alles aus sich konstruiren, sie finden doch nicht das Werk, das Gott geschaffen vom ersten bis zum letzten Gliede" (Koh. 3,11.)• Aber auch hierauf weiß gerade die neueste Formel eine Antwort. Entwickelt hat sich alle Wahrheit, und auch die Wahrheit und das Wissen unserer Zeit ist entwickelungsfähig und wird sich entwickeln, denn auch das Denken selbst folgt dem Gesetz, das alles beherrscht, aber eben das Prinzip der Entwicklung, das ein eminent vernünftiges ist, bürgt dafür, daß wir uns auf dem richtigen Wege befinden; einen Teil der absoluten Wahrheit besitzen wir in dem, was wir an Resultaten gewonnen; und was später eingerissen wird, das wird als Material und als Fundament zu dem neuen Bau verwandt. Und zweitens: Warum wirkt die Tatsache von der Wandelbarkeit aller Theorien nicht auf die Gegner? Sind denn die Größen der modernen Weltanschauung nicht auch Kenner der Geschichte ihrer Wissenschaft? Warum schützt sie so viele, die mit dem besten Streben und konservativer Gedankenrichtung in das Gebiet eindringen, nicht vor dem Umfall? Die Antwort ist für den nicht schwer, der im Denken, in der rein geistigen Betätigung nicht eine handw'erksmäßige Übung sieht, der erkennt, daß der ganze Mensch unbarmherzig gefangen genommen wird, daß er ohne sich dessen bewußt zu werden, auch in seinem Empfinden und Glauben umgewandelt wird. Die Erkenntnis der Unlösbarkeit einer Schwierigkeit ist auch eine Lösung. Wer sich völlig darüber klar wird, daß die moderne Weltanschauung im unversöhnlichen Gegensatz

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