Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1916)
- Date
- 1916-12-01
- Page
- Seite 713 (sequence 59)
- Language
- German
- Belongs to
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Existiert ein ״Minhag“, an Halbfeiertagen keine Hülsenfrüchte usw. 713 nur zwei in Betracht: Linsen und Eier, sonst nichts. Interessant ist eine Bemerkung Jakob Beischers, vielleicht durch Baschis Bemerkung zur Stelle bewogen, warum nicht auch קטניות als איכא בינייהו genannt seien; man sieht also deutlich, daß Hülsenfrüchte, allgemein genommen, nicht zu den Trauerspeisen gerechnet werden. In der Tat sind immer nur Eier und Linsen die Trauerspeisen geblieben, von denen die letztere in unserer Zeit wohl sehr selten als ס׳הבראה gespendet werden; von Hülsenfrüchten keine Spur. Ygl. dazu Jer. Ber. III, 1, wo auch טלופחין, Linsen, als Trauerspeise genannt werden. Wenn man aber glauben wollte, daß man die Linsen (Eier kommen nie in betracht) in so hohem Maße als Trauerspeisen einschätzte, daß man sie immer von der Festes, tafel ausgeschlossen hätte, so irrt man sehr. Linsen scheinen eine sehr beliebte Feiertagsspeise gewesen zu sein, zierten sie doch die fürstliche Tafel des B. G-amliel an Feiertagen, wie aus Beza 14 b ersichtlich: בלבדזגן טל בית ר״ג שזהיר כלביאין* דלי בללא עדשים וכר׳. Vgl. auch Das. 16 a עדשים טבטרלי דזקדרד־ל-. Von der Feiertags- oder Halbfeiertagstafel diese Speise auszuschließen, ist erst einer späteren Zeit Vorbehalten geblieben. Die Gebräuche der הבראה waren zu verschiedenen Zeiten verschieden, vgl. Mass. Semochot cap. 14, Jore Dea 378, 9, dazu die Anm. דלגר״א, aber als Trauerspeise werden nur Linsen oder Eier genannt, es kann also unmöglich ein Minhag bestehen, ,welcher die Hülsenfrüchte von der Halbfeiertagstafel ausschließt, oder er müßte auf einem Irrtum beruhen. Linsen an Halbfeiertagen nicht zu genießen, ist ein Minhag, der eine Basis hat, und der sich auch erhalten hat. Aber doch spricht בלגן אברהם־ von קטניות־, also von Hülsenfrüchten, wie ist dies zu erklären? Garnicht anders, als daß in der angeblichen Maharilquelle das קטניות als Synekdoche aufzufassen und nichts anderes als Linsen zu verstehen sein. Daß möglicherweise sich an irgend einer Stelle aus Mißverständnis ein Minhag gestaltet haben könnte, an den Halbfeiertagen keine Hülsenfrüchte zu genießen, wäre denkbar, wenn nicht geradezu Oesterreich genannt wurde. Es gibt eine Nationalspeise, die über Mitteleuropa und noch weiter verbreitet ist und am Sabbath einen Hochgenuß bildet, der von Heine als Himmelsspeise besungene Schalet, das Gericht der hinzu, diese seien anders gemeint, man könne von ihnen nicht sagen: אין להם פה׳. Dies kann nicht vollständig befriedigen, so will ich für das עדשה אין לה פה eine Erklärung hierhersetzen, die mir vor mehr als vierzig Jahren mein Freund und damaliger Kollege Rector Dr. D. Hoffmann mündlich mitgeteilt: die Wurzel אדט bedeutet im Chaldäisphen ״schweigen“ (vgl. Aruch דט u. י(אדט die Lautverwandschaft berücksichtigend — der Unterschied von ע und א fällt nicht ins Gewicht — ist ״also die דשה* die Schweigefrucht, gleicht also dem Trauernden, אין לו פה•-