Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1916)
- Date
- 1916-12-01
- Page
- Seite 712 (sequence 58)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2292929-2292955-2292968--01851-2295112- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
12 ך Existiert ein ״Minhag“, an Halbfeiertagen keine Hülsenfrüchte usw. Von der angeblichen Quelle dieses Minhag, im Machsor Yitry gibt der Verf. selbst zu, daß sie nicht ernst zu nehmen sei und doch möchte er ihr nicht ganz die Beweiskraft absprechen. Allein, wenn der Dichter über Linsen und Bohnen sein Verdict ausspricht, so hat dieses gerade denselben Wert wie der Fluch, den er über diejenigen ausspricht, die am Purim Wasser trinken. Man wird doch darin auch nicht den leisesten Anhalt finden können, daß ein Minhag das Wassertrinken am Purim untersagte Man hat es hier mit einem Purimscherz zu tun, den sich B. Menachem mit seinem parodistischen Maarabith leistete, wie sein Vorgänger und ungefährer Zeitgenosse Kalonymos ben Kalonymos mit seiner Massecboth Purim. . Eine ernst zu nehmende Quelle wäre aber eine Bemerkung des :כלגן אברהם zu ט־״ע או״ח קל״א ס״ק י״ד, die uns besagt, daß man in Oesterreich an den Tagen, an denen man kein Tachnun sagt, keine Hülsenfrüchte (קטניות) genießt, weil diese ein Symbol der Trauer seien. Als Quelle ist Maharil angegeben, ich habe jedoch die Angabe im Maharil nicht gefunden; vielleicht kann einer der Leser Auskunft geben. Allein, daß קטניות zu den Trauerspeisen zu zählen seien, widerspricht allen andern dieses Thema berührenden Stellen. Daß Linsen dem Trauernden als Erquickungsmahl vorzusetzen סעודת הבראה ein alter Gebrauch war, ergibt sich aus Baba bathra 16 a, wo der Vorstellung Baum gegeben ist, als ob dieser Gebrauch schon zu Jakobs Zeit geherrscht habe. Es ist dabei nichts Auffallendes, denn nichts erhält sich dauernder bei Völkern und Nationen als die Speisen, die ein Symbol bedeuten. Wie man aber auch diese Angabe auffassen mag, alt ist der Gebrauch jedenfalls. Warum nun die Linse als Symbol für die Trauer gilt, da ist nach einer Ansicht ihre runde, radartige Form der Grund, denn das Geschick rollt wie ein Bad herum, bald den einen, bald den andern trefiend. Eine andere Ansicht sieht die Linse für das geeignete Trauermahl, weil sie, wie der Trauernde, dem der Schmerz seinen Mund schließt, auch keinen Mund, keine Öffnung hat. Der praktische Unterschied, ob der eine oder der andere Grund der richtige sei, liegt darin, ob auch Eier, die nur eines dieser Merkmale haben, der הבראדז dienen können1). Man sieht, als Trauerspeisen für die הבראה kommen ג) Zur näheren Erklärung sei folgendes bemerkt: Eier besitzen nur eines dieser Merkmale würden also nur nach der Ansicht, die dieses als das des Trauersymbols bezeichnet, für die הבראה zu verwenden sein, nach der andern nicht. Danach ist der Zusatz, den Tut § 378 .macht, nicht zu verstehen, daß bei?במצד beide Merkmale fehlen, also nach allen Ansichten nicht für das Trauermahl zu gebrauchen seien. Wo bleibt der der איכא בינייהו? Baschi erklärt, *דשה אין לה פה ביצה אינה כיגלגלת», da dies nun קטניות nicht ausschließen würde, setzt Baschi