Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1916)
- Date
- 1916-12-01
- Page
- Seite 714 (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
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714 Bücher-Besprechung. »gesetzten“ Erbsen oder Bohnen. Wer kennt dieses Gericht nicht? Und wenn man nun am Sabbath diese Hülsenfrüchte nicht von der Tafel ferngehalten hat, so sollte man es an den Halbfeiertagen tun oder getan haben? Nein, an diesen „Minhag“ glaube ich nicht. Bücher-Besprechung. Hermann L. Strack. „Jüdisches Wörterbuch“ mit besonderer Berücksichtigung der gegenwärtig in Polen üblichen Ausdrücke. Leipzig, J. C. Hinrichs’sche Buchhandlung, 1916. In dieser Zeitschrift (III, 8. S. 422) wurde in einer Würdigung der Bedeutung und des Wesens der jüdisch-deutschen Sprache dem Wunsche Ausdruck gegeben, daß dieses Idiom bald eine wissenschaftliche Bearbeitung in grammatischer und etymologisch-lexikalischer Hinsicht finden möge. Diese Hoffnung hat sich schon teilweise erfüllt. Hermann L. Strack, der durch manche seiner Schriften in nichtjüdischen Kreisen schon viel Aufklärung über Gebiete der jüdischen Wissenschaft verbreitet hat, hat seinen Verdiensten durch Veröffentlichung des genannten „Jüdischen Wörterbuches“ ein neues hinzugefügt. Das Werk soll in erster Linie ein Hilfsbuch für alle Deutsche sein, die als Soldaten, Beamte, Kaufleute oder sonst in den okkupierten Gebieten Rußlands zu wirken haben. Der Zweck des Lexikons ist es nicht, eine philologisch detaillierte, etymologisch begründete Arbeit zu bieten. Dennoch ist es auch für Sprachforscher (besonders Germanisten) und für Arbeiter auf dem Gebiete der Volkskunde wertvoll. Auch den Ostjuden selbst dürfte es willkommen sein. Der Stoff des Wörterbuches ist sorgfältig 'aus jüdisch-deutschen Zeitungen und den besten Werken der jüdisch-deutschen Literatur zusammengetragen. Das völlig mit dem jetzigen deutschen Sprachgebrauche Übereinstimmende hat keine Aufnahme gefunden, da das Buch nur für Kenner der deutschen Sprache bestimmt ist. Daher ist der überwiegende Teil der registrierten Wörter hebräischen oder slavischen Ursprungs, obwohl das J üdisch-Deutsche in Wirklichkeit (vgl. Jeschurun III, 8 S. 432) zu etwa 70°/0 aus deutschen Elementen besteht. Die Einleitung orientiert in gedrängter Kürze über die Schriftzeichen des Jüdisch-deutschen, die bekanntlich dem hebräischen Alphabet entnommen sind, und enthält ferner einige knappe Bemerkungen über die jüdisch-deutsche Grammatik. Auch die für das Verständnis des Jüdisch-Deutschen wesentlichen Erscheinungen der hebräischen Gram-, matik, die jüdischen Datumbezeichnungen und das polnische Alphabet sind beigefügt. Eine Zusammenstellung einiger ausgewählter Werke aus der einschlägigen Literatur vervollständigt die Einleitung. Dr. Joseph Wohlgemuth, Kitzingen. Druck von Max Schmersow, Kirchhain N.-L. Verantwortlicher Redakteur Dr. J. Wohlgemuth, Berlin. Verlag des Jeschurun, Berlin.