Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1916)
- Date
- 1916-12-01
- Page
- Seite 679 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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שכלד־זח של נלצוח 679 gefühl das Gefühl der שמחה של מצוה bei ihnen unterdrücken mußte, abschließend bemerken: Es ist freilich psychologisch verständlich, daß dies Gefühl in manchen, die so gestimmt sind, mehr zurücktritt. Völlig unterdrückt wurde es aber nie und daß diese Zurückdrängung der Freude an der Pflichterfüllung für das Judentum auch nur zu irgend einer Zeit charakteristisch wäre, läßt sich ebensowenig sagen. Und zuletzt: auch hier appellieren wir an die Erfahrung: Wem wären nicht Männer begegnet, die beide Seiten in sich aufs beste vereinigt, die sich in Fasttagen und Bußgebeten nicht genug tun konnten und dennoch, wann immer nur die Erfüliung der Gebote dazu Anlaß gab, mit lodernder Begeisterung sich der Freude an den Mizwoth hingaben64). Über die zweite obenerwähnte Gruppe, über dielenigen, die es mit der Erfüllung der Mizwoth leicht nehmen, ist nur wenig zu sagen. Für alle, denen die Thoragesetze nicht Gottesgesetze sind,; sind sie nur leere Formen; für leere Formen kann man aus Pietät, weil sie einmal die Hülle eines bedeutsamen Inhalts waren, ein wenig Wärme übrig haben.. Ausgeschlossen erscheint aber der Enthusiasmus, der für ans in der Empfindung der ששחה של מצות gegeben ist. Für das liberale und das nichts als nationale Judentum gehört dies Gefühl darum in der Tat der Vergangenheit an. Und der Fehler der christlichen Theologen beruht nur darauf, daß sie ihre gleiche Auffassung von der Bedeutungslosigkeit dieser Formen auch dem geschichtlichen und dem heutigen gesetzestreuen Judentum unterlegen, und darum muß ihnen naturgemäß das Verständnis für die überragende Bedeutung, welche der Begriffe der ״Freude an der Pflichterfüllung“ für die: Lebensanschauung des Judentums hat, abgehen. Von diesem Fehler hat sich der christliche Theologe Travers Herford in seinem ausgezeichneten Buche ״das pharisäische Judentum“ 6*) Ja, es wird sogar bemerkt, daß der Fasttag selbst Einem eine rechte Freude wird, wenn man bedenkt, wie manche Leute um niedriger Leidenschaften willen, wie Kartenspielen und dgl. Essen, Trinken und -Schlafen vergessen. Vgl. האשיר! חכבלח S. 140 b.