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Jeschurun · 1916-12-01 · Heft 12 (Dezember 1916) · p. Seite 674

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 12 (Dezember 1916)
Date
1916-12-01
Page
Seite 674 (sequence 20)
Language
German
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674 פונלחד טל מצוד Gründe für einen Mangel der שמחה של מצוה nicht geltend zu machen sind, so müssen wir freilich subjektive anerkennen, solche, die aus dem Gefühlsleben derer, die das Gesetzbe• obachten sollen, sich ergeben. Und hier sind wieder zwei Gruppen zu unterscheiden: diejenigen, die die Gebote zu schwer und diejenigen, die sie zu leicht nehmen. . So paradox es klingt, die Freude an der Pflichterfüllung ist oft bei denen nicht recht zur Geltung gekommen, die ihr mehr als der Durchschnitt ihr Leben geweiht, weil sie es eben mit dieser Pflichterfüllung zu ernst nahmen. Es gehen nun einmal zwei Strömungen durch das Judentum, man kann an sich nicht eigentlich sagen, daß sie an bestimmte Perioden sich knüpfen oder durch bahnbrechende Geister literarisch zu Systemen ausgebaut worden sind; es sind mehr zwei Betrachtungsweisen, zweierlei Formen von Gefühlsbetonung, die immer nebeneinander herliefen und sich zum Glück des Judentums gegenseitig regulierten. Die eine, die in dem Psalmwort gipfelt: ״Sehe ich den Himmel, deiner Hände Werk, den Mond und die Sterne, die du aufgerichtet hast. Was ist da der Mensch, daß du seiner gedenkst und der Erdensohn, daß du nach ihm schaust? Und doch hast du ihn nur um ein Weniges unter Gott gestellt, mit Ehre und Hoheit ihn umgeben 43)“. Die Gebote alle dienen nur dazu, den Menschen noch über die Engel zu erhöhen, die das Gute tun müssen und nicht das Verdienst haben der freien Wahl und darum auch nicht des Glückes und der Freude teilhaftig werden können, die der über, das irdische Begehren errungene Sieg dem Überwinder bringt44). Der Mensch ist seiner Anlage nach wohl befähigt, wenn er nur dem schlichten Wort der Gebote folgt, diesen Sieg mühelos zu erringen. Es bedarf da keiner übertriebenen Anspannung der Kraft: ״Sei nicht allzu fromm, warum willst du dich zu Grunde richten45)“? Wer .Nasiräer wird, ist ein Sünder, denn er Ps. 8,4 ff. ") Sabbath 88 bf. Chullin 91 b f. ״) Koheleth 7, 16.

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