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Jeschurun · 1916-12-01 · Heft 12 (Dezember 1916) · p. Seite 662

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 12 (Dezember 1916)
Date
1916-12-01
Page
Seite 662 (sequence 8)
Language
German
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662 כונלחד! ט־ל כמנוה ganz die Freude auskosten, die aus der Erfüllung des Gebotes fließt. Endlich die Bestimmung, der Mizwa Ehre anzutun, die 3a nur die allgemeine Bestimmung ist, unter die die folgenden, sie in Gesellschaft zu üben, keine Kosten zu scheuen und sie in schönen Formen zu gestalten, als Einzelbestimmungen fallen. Wer das so liest, denkt wieder zunächst an das Moment des Erhabenen, Ehrfurchtgebietenden, das in dem Ehre antun liegt. Aber auch hier wiederum: Wer jüdisches Pflichtenleben kennt, wer in seine Gefühlsbetonung eingedrungen ist, der weiß, daß man da nicht anders denkt und empfindet, als wenn man einen lieben teuren Gast empfängt, der allerdings hochgestellt ist und den man mit Respekt empfängt, bei dem man sich aber vor Freude kaum lassen kann, daß man ihn in seinem Hause bewirten darf. Man lädt ihm zu Ehren auch andere Gäste ein, man scheut keine Kosten, man schmückt das Heim und die Tafel, man schafft eine Atmosphäre des Schönen und Behaglichen, und an seiner Freude wird auch die eigene Freude entzündet 22). Diese Freude an dem guten Bekannten kommt auch in der Sentenz des Talmuds zum Ausdruck: ״Weil mit einem Gegenstand eine Mizwa ausgeübt wurde, möge er auch einer anderen Mizwa dienen 22a). Im Talmud wird der Satz nur zur *2) Hierher gehört auch in gewissem Cinne der Ausspruch בא 5וראדז פני רז חביבז־ג כל:צוה; בפדעתד siehe wie lieh und wertvoll die Aus- Übung einer Mizwa zur Zeit, da sie gerade fällig ist, erscheint. So sollten die Arbeiter — um sich nicht in ihrer Arbeit zu stören und so dem Arbeitgeber seine an ihn verdungene Zeit nicht zu rauben, die nach!Lev. 19, 32 den Gelehrten gebührende Ehrenbezeugung unterlassen, sie aber denen, die die Erstlingsfrüchte nach Jerusalem brachten, erweisen. Ganz merkwürdig ist Pesachim 68 b, nach der mit diesem Satze auch begründet wird, daß die Opfer des Sabbats, die an sich auch nach Ausgang des Sabbats auf dem Altar verbrannt werden könnten, doch am Sabbat selbst verbrannt werden, also selbst das so strenge Sabbatgebot vor der Pflicht, das Gebot, wenn die Zeit da ist, sofort auszuführen, zurücktritt. Doch ist der wahre Grund wohl die Ableitung aus Ex. 35, 3 nach Sabbat 20 a. ”*) Sabbat 117 b.

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