Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1916)
- Date
- 1916-12-01
- Page
- Seite 663 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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פומידזה כגל כלצוה 663 Illustrierung eines einzigen Falles angeführt. R. Ami und R. Assi pflegten, wenn sich ihnen die Gelegenheit bot, über das Sabbatbrot, das zum Erub gedient hatte, den Segensspruch am Anfang ihrer Mahlzeit zu sprechen. Aber wie hat der Volksbrauch diesen Fall verallgemeinert und damit kundgegeben, wie sehr die freudige Empfindung an der Erfüllung der Mizwa, die dieser Ausspruch atmet, in ihm lebendig war. Die Myrthe vom Palmzweig am Laubhüttenfeste wird zu dem Gewürz bei der Habdala aufbewahrt, die Bachweiden vom siebenten Tage zum Heizen des Ofens, in dem die Mazzoth für den Sederabend gebacken werden, Lulab und Esrog zum Ausschmücken der Laubhütte, der Rest des Jomkippurlichtes zur Nachtwache am הושענא רבה usf. Einige Einzelzüge mögen dies Bild, das uns aus den allgemeinen Sätzen hervortritt, noch deutlicher gestalten. Deut. 24, 19 heißt es: ״Wenn du auf deinem Felde Ernte hältst und eine Garbe auf dem Felde vergißt, dann sollst du nicht umkehren, um sie zu holen; dem Fremdling, der Waise und Witwe muß sie bleiben.“ Ein Frommer hatte nun einmal eine Garbe auf dem Felde vergessen, da sagte er zu seinem Sohne: Geh, bringe für mich einen Farren als Ganzopfer und einen Farren als Mahlopfer!dar. Sein Sohn aber fragte: Vater, warum freust du dich denn gerade mit dieser Mizwa mehr als mit jeder anderen Mizwa in der Thora. Und er antwortete: Alle anderen Gebote hat uns Gott so gegeben, daß wir sie aus eigener Initiative erfüllen können, dies Gebot können wir mit Wissen und Willen nicht erfüllen, denn, wenn wir daran denken, haben wir ja keine Gelegenheit es zu erfüllen23). Stammt diese Erzählung aus der Zeit der Tannaim, 30 wird uns aus der Zeit der Amoräer von ״einem großen Mann“ berichtet, ״der seine Freude hatte an den Mizwoth“. 2s> Tossephta III 13 angeführt bei Schechter a. a. O. S. 149 und bei Güdemann a. a. O. S. 190 f. — Übrigens kommt hier auch der Ausdruck כגבלהת מצרה vor, wonach oben S. 533 f. zu ergänzen ist.