Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1916)
- Date
- 1916-12-01
- Page
- Seite 660 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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660 טכלהה טל מעברה Gehen wir die letzterwähnten Sätze noch einmal durch: ״Wer eine Mizwo begonnen, dem sagt man: ״führe sie zu Ende“; das kann natürlich auch heißen, um es ganz trivial auszudrücken: ״man soll die Suppe, die man sich eingebrockt, allein ausessen“. Wer unter uns aber weiß nicht, daß nie uns nirgends — nicht einmal als so naheliegender Scherz — dieser Sinn damit verbunden wurde, daß darin vielmehr eine ehrende Aufforderung liegt, daß man fürchtet in die Rechte eines anderen einzugreifen, wenn man statt seiner die Mizwoh zu Ende führen möchte. Der andere Satz: Es ist verdienstlicher, das Gebot selbst auszuführen, als es durch einen Anderen ausführen zu lassen, ist so recht ein Beispiel dafür, wie die aus dem Inneren mit ursprünglicher Gewalt hervorbrechende Freude an der Erfüllung der Gebote einen Ausspruch des Talmuds, der nur gelegentlich einmal erwähnt wird16), auf das gesamte Pflichtengebiet überträgt. Schon im Talmud wird erzählt, wie sehr die Großen unter unseren Weisen sich persönlich um die Vorbereitungen zum Sabbat bemühten. Ihre hohe Stellung und ihr Reichtum hinderten sie nicht, auch Dinge niederen Grades eigenhändig auszuführen. Rabbi Abuha saß 16) Kidduschin 41 a. Rasehi bemerkt freilich hinzu: דכי דסיכן גרפו במיהבות כלכןבל טכר טפי♦ Auch hier brauchen wir nicht einmal an die Erfahrung späterer Zeit, sondern nur an die weiter unten gebrachte Schilderung der Bemühungen der Amoräer um den Sabbath zu erinnern, 1m jeden davon zu überzeugen, dass der Gedanke an den Lohn keinen Augenblick in der Seele jener Männer rege war. Dass hier die Freude an der Erfüllung der Gebote zur Geltung kommt, dafür spricht je. schon der Umstand, dass gerade bei der Eheschliessung und bei den Vorbereitungen zum Sabbath hervorgehoben würd, man solle selbst Hand anlegen, also bei zwei Satzungen, bei denen es sich zweifellos um frohe Pflichterfüllung handelt. — Es soll auch nicht verschwiegen werden, daß Albo, der unserem Gegenstand ein ganzes Kapitel widmet (Ikkarim IH, 33) trotz mancher feinen Bemerkung vor allem über die Möglichkeit, die beiden Gegensätze, das Moment der Furcht und das der Freude bei der Erfüllung der Gebote zu vereinen, von der Freude an dem Lohne spricht. Er denkt freilich an den rein geistigen Lohn im Sinn des Maimonides.