Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 11 (November 1916)
- Date
- 1916-11-01
- Page
- Seite 650 (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
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650 Literarische Notizen. des Geschichtslehrplans für die höheren Lehranstalten in Preußen“, wie dankbar anerkannt sei, die Anregung gaben, auch ihrerseits nicht mehr geben wollen, als eine Anregung für die dazu berufenen Kreise, den berührten Problemen erneut ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden. Literarische Notizen. Von Rektor Dr. D. Hoffmann, Berlin. III. Es dürfte allgemein bekannt sein, daß die LAA. in unseren Talmud-Ausgaben zumeist mit den der Erklärung Raschis zugründe liegenden LAA. übereinstimmen, indem man sehr oft den Wortlaut des Talmudtextes nach Raschis Kommentar korrigierte. Daß dies aber häufig nicht geschah und an vielen Stellen die Erklärung Raschis dem Wortlaut des Talmuds nicht entspricht, kann jeder sehen, der beim Talmudstudium das klassische Werk ״Dikduke Sophrim“ von R. N. Rabbinowitz stets zu Rate zieht. Wir wollen hier auf eine Stelle aufmerksam machen, wo uns auffallender Weise dieser Ratgeber im Stiche läßt. — In Berachoth 8a heißt es: אסברא דמיא כחיזרא בגבבא דעימרא דלאהורי גשרא Das hieße wörtlich: ״Askara (der Tod durch Diphtherie) ist so, wie ein Dorn aus Wollfiocken, hinter dem Adlerfarnkraut“ (herausgerissen wird). D. h.: So schwer löst sich die Seele vom Körper (Vgl. Preuß, Bibl.-Talmud. Medizin S. 179 ff.). In Wahrheit sind hier in unserem Talmudtexte zwei Lesarten miteinander vermischt. Die eine lautet: כחיזרא בגבבא דעימרא (wie ein Dorn in Wollfiocken). Die andere lautet: כהיזרא דלאהורי נשרא (wie ein Dorn, der hinter Adlerfarnkraut liegt). Vgl. Kohut, Aruch v. 7 יגב und 4 ,נשר. — Nun bietet aber Raschi (s. v. כחיזרא) eine Erklärung, die sich der uns vorliegenden LA. gegenüber höchst sonderbar ausnimmt. Er erklärt: ״Wie