Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 11 (November 1916)
- Date
- 1916-11-01
- Page
- Seite 647 (sequence 57)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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647 Die Neuordnung־ des Geschichtsunterrichts tl. s. w. Aber ihr Schicksal wird auch noch von einem anderen Moment, das ebenfalls dort in dem allgemeinen Geschichtsunterricht eine bedeutsame Rolle spielt, wesentlich beeinflußt werden: von der Unterstützung und Ergänzung nämlich, den der Geschichtsunterricht durch die anderen Lehrfächer der Religionsschule und in den anderen Lehrstunden erhält. Wenn dort von dem Preußischen Kultusminister die Forderung erhoben wird, daß die Lehrer der sprachlichen Fächer und des geschichtlichen Religionsunterrichts ״stets mit den Lehrern der Geschichte in Verbindung stehen sollen, um eine fruchtbare Wechselwirkung ihres Unterrichts herbeizuführen“, so bietet auch hier der Unterricht im Bibel־ und Gebetübersetzen und in der systematischen Religionslehre den betreffenden Lehrern Gelegenheit genug, die Tätigkeit des Geschichtslehrers durch Cooperation zu erleichtern oder durch Versagen zu behindern. Als ein Weiteres wäre allerdings hierzu erforderlich, daß die vorgeschlagene Reform nicht bei dem Geschichtsunterricht Halt machte, sondern auch den Bibelunterricht in ihren Bereich einbezöge. Das ist nun freilieh ein Kapitel für sich,, das in diesem Zusammenhang und nebenbei nicht zu erschöpfen ist; eine kurze Andeutung des Gedankens kann aber für die hier behandelten Zwecke genügen. Um ihn auf eine knappe Formel zu bringen: an Stelle der sentimentalen Note, die bisher Ton und Stoff vder zur Erklärung gelangenden Bücher und Buchteile aus Propheten und Hagiographen beherrscht, hätte fürderhin das nationale Instrument — das Wort aber nicht etwa im Heugabelsinn der Gegenwartskämpfe gedeutet! — im Orchester die Führung zu nehmen! Man wolle mich recht verstehen! Auch ich glaube nicht dalzu verurteilt zu sein, mich dem Böotiertum zurechnen zu müssen, dem die Empfindungstiefe und Gefühlsbreite der Gottsuche in den Psalmen, ihre Verkündigung des Lobes Gottes in der Schöpfung und das zahlreiche andere Edle und Hehre in ihrer Gedankenwelt nicht an das Herz zu rühren vermöchte. Aber muß der Wunsch, das Gefühlsleben des Schülers mit