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Jeschurun · 1916-11-01 · Heft 11 (November 1916) · p. Seite 646

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 11 (November 1916)
Date
1916-11-01
Page
Seite 646 (sequence 56)
Language
German
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646 Die Neuordnung des Geschichtsunterrichts u. s. w. so daß das volle Licht der1 Darstellung und die ungeschwächte Empfänglichkeit in Herz und Hirn des Schülers nur ihr zugute kommt. Aber selbst innerhalb dieser Epoche lassen sich noch Ersparnisse einbringen, die für die Zeit und die Aufnahmefähigkeit der Lernenden einen Gewinn darstellen. Es ist nicht erforderlich, das Gedächtnis der Schüler durch das Memorieren der Daten der Schlachten bei Beth-Zur, bei Emmaus und der bei Beth Choron durch das Eindrillen der Namen der syrischen Feldherrn u. v. A. zu belasten. Haben doch die großen Mischnahlehrer uns hier den Weg gewiesen, indem sie die Megillath Taanit, in der alle diese Denktage als Fest- und Erinnerungstage verzeichnet standen, mit entschlossener Hand ihres verpflichtenden Charakters entbanden und aus dem ganzen Komplex dieser historischen Denk- Würdigkeiten nur das Purim- und das Chanukahfest für uns« hinüberretteten. Und haben sogar kein Bedenken gehegt, den Nikanor-Tag (13. Ad'ar), der bis dahin als nationaler Festtag begangen wurde, in einen Fasttag (Fasten Esther) umzuwandein. Das darf uns Epigonen doch wenigstens den Mut geben, den Wert dieser Einzelerinnerungen gering genug einzuschätzen, um; das Gedächtnis unserer Kinder von der Belastung mit ihren Daten zu befreien und uns auf eine summarische Dar- Stellung dieser Ereignisse vor ihnen zu beschränken. Diesem einen Beispiel lassen sich andere anreihen und dem erfahrenen Pädagogen dürfte es kaum schwer fallen, sie in so ausreichendem Maße aufzudecken, daß aus ihrer entsprechenden Behandlung sich ein beachtenswerter Zeitgewinn, der der Neuzeit zu Nutzen käme, erzielen läßt. Freilich stellt diese Reformforderung, wie übrigens auch die Neuordnung des Geschichtsunterrichts in den höheren Schulen, an das pädagogische Können des Lehrers hohe Anforderungen und über ihr Gelingen oder Mißlingen wird sie das letzte Wort zu sprechen haben. Aber anderseits bietet die Aufgabe doch auch ein Problem von ziemlich weittragender Bedeutung und damit einen Anreiz für den damit Befaßten, sein Bestes an ihre Lösung zu setzen.

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