Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 11 (November 1916)
- Date
- 1916-11-01
- Page
- Seite 645 (sequence 55)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Neuordnung des Geschichtsunterrichts u. s. w. 645 werden, und die Wucht jener wie der Klang dieser sind auch bei anderer Einschätzung und Gruppierung überstark genug, am die bisher geübte Methode, die an ihnen scheu vorüberstrich, als durchaus verfehlt und die Neuorientierung des Geschichtsunterrichts unter der Direktive der Geschichte der Neuzeit als unbedingte Notwendigkeit zu erweisen. Über diesen Punkt gilt es Einigkeit herbeizuführen. Ist erst diese Vorbedingung erfüllt, so ist, was sich sonst* noch an Schwierigkeiten ergeben mag, doch nur noch eine Frage der Technik, dfer H-err zu werden gewiß keine Unmöglichkeit ist. Unter ihnen steht natürlich die Zeitökonomie obenan; sie kann ebenso natürlich nur durch Beschränkung: auf allen anderen Gebieten zugunsten des einen bevorzugten gelöst werden. Wenn nach ״der Neuordnung“ die höhere Preußische Schule sich damit abfindet, ״den Stoff aus dem" Altertum, dem Mittelalter und der Neuzeit bis zu Friedrich d. G. noch meM* zu kürzen, als es jetzt bereits‘ geschieht“ — man bedenke nur, welche Entsagung hier kurzerhand einem gut -! preußisch - brandenburgischen Lehrerherzen zugemutet wird! — so wird m;an dieselbe Tugend auch von dem jüdischen Geschichtslehrer erwarten und fordern dürfen. Nun kann es gewiß nicht Aufgabe dieser Darlegungen sein, nachzuweisen, wie diese Kürzung im Einzelnen geschehen kann und soll. •Aber ein Beispiel möge den Gedanken illustrieren. Wieviel Zeit und Arbeitskraft bei Lehrern und Lernenden absorbiert doch die Geschichte der Zeit von 332 v. — 66 n. Und ist doch im Großen und Ganzen eine erschreckende Wüstenei, in der kaum da und dort ein Pflänzchen gedieh, wert gepflückt und für die geistige und sittliche Ernährung der Schüler nutzbar gemacht zu werden, natürlich abgesehen von der Zeit des Matthatias und seiner Söhne, also der kurzen Zeitspanne von etwa 30 Jahren. Es bedeutet m. E. kein Unrecht nach irgendeiner Seite, zu fordern, daß das Drum und Dran, das Voirh;er und Nachher dieser kurzen Episode auf das Mindestmaß dessen, was unbedingt für das Verständnis des Zusammenhangs erforderlich ist, zusammengepreßt werde,