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Jeschurun · 1916-11-01 · Heft 11 (November 1916) · p. Seite 632

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 11 (November 1916)
Date
1916-11-01
Page
Seite 632 (sequence 42)
Language
German
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632 Achad Haam und das gesetzestreue Judentum. bedürfnis für den [hoben Genuß, den dieser nie übertroffene hebräische Styl mir immer und immer bereitet, den Dank dadurch auszusprechen, daß ich seine Eigenart ein wenig beleuchtet hätte. Nur das sei gesagt, daß ihn recht eigentlich nur die zu würdigen vermögen, die profane Bildung mit Bibel- und Talmudkennt־ nis vereinen, also zum guten Teil westeuropäische gesetzestreue Juden. Kann einer das Unjüdische der öffentlichen Ankündi־ gung von Gaben, das er in der Skizze 38מצוה הבאה בעברה) geißelt, so ganz erfassen, dem die Bedeutung dieses Terminus und seine Tragweite nicht aus dem Talmudstudium bekannt ist? Oder kann einer die geradezu wunderbare Klarheit, mit der Achad Haam in dem Aufsatz ״Umwertung aller Werte״ einen so schwierigen Gegenstand wie Nietzsches Philosophie in einem Hebräisch, das sich leichter liest als das Deutsch des Philosophen Simmel, dem er folgt, behandelt, so recht würdigen, dem diese Schwierigkeit nie zum Bewußtsein ge־ kommen? Doch bewundernswürdiger noch ist der Mensch in Achad Haam. Es ist wohl das Yersöhnendste, das wir ihm sagen können, wenn wir unserem schmerzlichen Bedauern Ausdruck geben, daß er nicht unser ist* Ja, es schmerzt uns, daß ״deine Schönheit den Frauen״ gewidmet ist, jenen fremden Frauen, in deren Bilde in Mischle nach jahrtausendalter Über־ lieferung die nichtjüdischen Gedanken über Gott und Judentum gezeichnet sind. Und welche SeBgkeit, wenn ״deine Kraft der Thora״ geweiht wäre. Der Kundige weiß, es gibt manche seines Gleichen in Russland. Daß dem so ist, das ist mit ein wunder Punkt im Bildungsproblem der Ostjudenfrage. J. W. I!!!!!!lll!!!l!ll!!!ili' 381 a. p. r». in 14 ff.

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