Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 11 (November 1916)
- Date
- 1916-11-01
- Page
- Seite 631 (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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631 Achad Haam und das gesetzestreue Judentum. Ick wollte ebensowenig Genesis und Entwickelung des Kampfes zwischen dem Kulturzionismus Achad Haams einerseits und dem politischen Zionismus wie den Kulturzionismus der ״ Jungen“ andrerseits schildern, wenn diese Dinge auch mehrfach gestreift wurden. ,,Achad Haam und das gesetzestreue Judentum“, das war das Thema. Aber wiederum, auch hier konnte es nicht unsere Aufgabe sein, die wissenschaftlichen Grundlagen, auf denen im Geiste Achad Haams sich der Gegensatz zum Judentum auf baut, einer Untersuchung zu unterziehen und ihre Haltlosigkeit nachzuweisen. Denn abgesehen davon, daß Achad Haam hier durchaus Dicht original ist, so konnte ja nicht die Rede davon sein, hier die wichtigsten Theorieen ganzer wissenschaftlicher Disziplinen zu zergliedern. Es war vielmehr zu zeigen, was freilich für einen mit dem Inhalt der jüdischen Religion Vertrauten, der zugleich gründlicher Kenner Achad Haams ist, überflüssig ist, aber dem, der ihn nur flüchtig kennt oder der, weil er parteipolitisch befangen ist, darüber hinwegsieht, aufgezeigt werden muß, wie sehr die Idee des geistigen Zionismus in der Form, wie sie sich in Achad Haams Seele spiegelt, zu allem, was wir unter Judentum verstehen, im Gegensatz steht, tim nicht bloß in Allgemeinheiten uns zu bewegen, sind wir bei einem Beispiel — im Rahmen dieses Aufsatzes eigentlich über Gebühr — länger verweilt. Die Forderung des geistigen Zentrums an sich konnte nicht zum Gegenstand einer Polemik gemacht werden, weil wir den Kerngedanken uns selbst zu eigen machen. Endlich hatten wir den Nachweis zu führen, daß und warum wir uns von der Kulturarbeit der zionistischen Organisationen fernhalten müssen. * * * Aber wir möchten nicht von Achad Haam scheiden ohne ״Worte des Friedens“. Es ist ja so wenig, was wir von seinen Gedanken haben mitteilen können, und wieviel Geistvolles und Neues hat er in seine Aufsätze hineingestreut, das wert ist gelesen zu werden. Und dann jene meisterhafte Beherrsehung der neuhebräischen Sprache! Es wäre mir Herzens-