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Jeschurun · 1916-11-01 · Heft 11 (November 1916) · p. Seite 629

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 11 (November 1916)
Date
1916-11-01
Page
Seite 629 (sequence 39)
Language
German
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Achad Haam und das g־esetzestreue Judentum. 629 seiner Pläne im Großen die Mittel hergegeben — wäre Achad Haam nicht da der Einsame geblieben, als der er sieb immer erschien? Aber, wird Achad Haam sagen, das alles wäre ja anders, wenn wir eben nicht bei Seite ständen. Wir werden gleich zeigen, daß das nicht der Fall ist. Das einmal zugegeben, auch hier scheidet uns unsere Grundauffassung von der Bedeutung des jüdischen Individuums. Wir können eben unsere Kinder, von denen unser höchster ja recht eigentlich einziger Wunsch es ist, daß sie Jehudim bleiben, nicht zu dem Experiment hergeben, das Mittel zu sein zur Schaffang einer besseren nationalen Zukunft. Ein Beispiel: Es lebt Einer von uns in Jaffa, und es ist dort noch kein Gymnasium der Gesetzestreuen vorhanden. Und er soll sein Kind in jenes jüdische Gymnasium schicken, das uns Achad Haam selbst so treffend gezeichnet. Vor den Einflüssen des nichtjüdischen Gymnasiums vermöchte er es nach Kräften zu schützen. Es sind Nichtjuden, so spräche er, die dir alles erzählen, was wissen sie von dem, was einem Juden heilig ist? Glaubt Achad Haam, daß diese prophylaktische Einwirkung gegenüber einer Anstalt von Wirksamkeit wäre, in der die äußere Form jüdisches Gepräge hat' und der von unserem Standpunkt die Religion ebenso gefährdende Inhalt sich umsomehr ins Herz des Kindes einschmeicheln würde? Aber es wäre auch in einer späteren Zukunft eben nicht anders. Die Majorität wird auch im Kulturzionismus immer bei denen sein, denen die ״Kultur״ das höchste ist, das war in wechselnden Formen immer so, wenn das Judentum mit der ״Kultur״ zusammen stieß und sich mit ihr vermählen wollte. Und die Minderheit wird ebenso wie überall nur die Aufgabe haben an der Verantwortung mitzutragen, vielleicht auch etwas zu sagen, aber nie endgültig mitzubestimmen haben. Man braucht ja nur an die Analogie des Verhältnisses der ursprüngliehen und der Austrittsgemeinden in Großstädten Deutschlands zu denken. In Berlin gab es vor der Gründung der Adaß- Jissroel- Gemeinde vielleicht der Zahl nach vielmehr Gesetzes״

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