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Jeschurun · 1916-11-01 · Heft 11 (November 1916) · p. Seite 623

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 11 (November 1916)
Date
1916-11-01
Page
Seite 623 (sequence 33)
Language
German
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Achad Haam ־and das gesetzestrene Jadentam. 623 keit liegt noch viel tiefer. Das Allgemeinmenschliche ist ja nicht neutral — und es ist das Verdienst von Achad Haam, daß er immer darauf hinweist — es nimmt immer den Charakter des Volkes an, das es sich zu eigen gemacht und so wird auch das Allgemeinmenschliche in einer Form der Kindesseele und dem Jüngling zugeführt, die eine dem Wesen des jüdischen Geistes fremde ist. Es ist sehr schön gesagt, wenn es hei Hirsch heißt: Die Schönheit Japhets wohne in den Zelten Scherns, wenn dieser Gast sich nur nicht allzu breit machte und Schern nur ein Winkelchen übrig ließe. Die deutsche Kultur ist nun einmal vom Geiste des Hellenismus und des Christentums genährt, in der Lektüre, man könnte sagen in einem großen Teile des profanen Unterrichts geht ein ununterbrochener Strom unmerklieber, aber darum nicht minder starker Beeinflussung in die Seele der Kinder ein. Wir bezweifeln es, ob selbst eine rein konfessionelle Schule diese durch alle Mittel der Umwelt, durch den Verkehr, durch die Presse, durch häusliche Lektüre verstärkte Beeinflussung genügend neutralisieren kann. Daß für uns das Heil nicht aus den Mittelchen jungjüdischer Nationalliteratur erwachsen kann, ist klar. Nicht ein״ mal aus einer neuhebräischen Nationalliteratur im Geiste Achad Haams. Denn es ist verzweifelt wenig damit gewonnen, wenn die Form dieser Literatur an unsere alte Überlieferung anknüpft, der Inhalt aber recht eigentlich — wie wir das ausführlich genug geschildert — den fremden Geist bei uns heimisch macht. Die Bücken Stärkung hatten wir und hoffen wir trotz aller Umwälzungen noch lange im osteuropäischen Judentum zu haben. Nicht nur durch den Zustrom der Einwanderung, vor aUem in der Existenz jenes ungebrochenen und ungeteilten Judentums, das in Wissen und Übung uns als Muster voranleuchtet. Wir kennen seine Schwächen, wir wissen, daß die Massen — wie überall — nicht dem Ideal entsprechen. Aber es ist dort eine solche Fülle von hervorragenden Geistern, von חכמים ונבונים von יראים ושלמים vorhanden, daß ihr Vorhandensein allein uns ein Gegengewicht gibt gegen alle Versuche, uns noch mehr an die westeuropäische Kultur zu verlieren, daß wir an ihnen wie 40

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