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Jeschurun · 1916-11-01 · Heft 11 (November 1916) · p. Seite 617

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 11 (November 1916)
Date
1916-11-01
Page
Seite 617 (sequence 27)
Language
German
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Achad Haam und das gesetzestreue Judentum. 617 zu stärken, weil aus ihm1 allein die Kraft zu einer durch Generationen geübten allmählichen und darum erfolggekrönten Wirksamkeit fließen kann. Später aber :ist, man könnte sagen, der alles beherrschende Gedanke: das Judentum ist verloren, wenn es nicht statt׳ der Religion, die das alle Juden gemeinsam umschließende Band nicht mehr sein kann, das! Bewußtsein der nationalen Zusammengehörigkeit setzt und die A r b e i t im Dienste dieses nationalen Einheitsbewußtseins.׳ Darum tritt für ihn alles Streben nach der Linderung der ״Judennot“, die Hebung der ökonomischen Verhältnisse, das politische Streben nach Autonomie, ja die eigentliche praktische Kolonositation Palästinas, um den Vertriebenen Brot zu geben, so sehr in den Hintergrund. Ja selbst das geistige Zentrum׳ in Palästina liegt ihm nicht einmal um des Zentrums willen so sehr am Herzen. Seine Sorge geht um die Peripherie, um die geistige Not der Diaspora, das geistige Zentrum in Palästina ist ihm nur Mittel zum Zwecke, das schlagende Herz will er nur deshalb kräftigen, damit das verstreute Judentum am Leben erhalten bleibe. Wir werden später davon sprechen, wieviel Wahres Achad Haams׳ unterbrochener Hinweis auf die Gefahr, die dem Judentum aus der es umgebenden Kultur erwächst, enthält. Hier sei betont, daß jene Furcht vor dem Untergang! sich auch aus dem geistigen Habitus Achad Haams, aus seiner Stellung zu den Lehren des überlieferten Judentums erklärt. Diese Furcht kannten die vergangenen Geschlechter nicht, kennt auch der Jude, dessen Glauben in den Grundanschauungen seiner Religion fest verankert ist, noch heute nicht. Das Wort ״In jedem Geschlecht stehen sie gegen uns auf, uns zu vernichten, aber der Heilige, gelobt sei Er, rettet uns aus ihrer Hand“ gilt ja nicht nur für den Leib, sondern ebenso für die Seele des Judentums. Wir glauben eben an die Unzerstörbarkeit. Israels. Das ist ja nicht bloß talmudisch-rabbinische Lehre, das haben ebenso die Propheten immer und immer wiederholt, wenn die Not des Juden-

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