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Jeschurun · 1916-10-01 · Heft 10 (Oktober 1916) · p. Seite 586

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 10 (Oktober 1916)
Date
1916-10-01
Page
Seite 586 (sequence 60)
Language
German
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5 86 D. Hoffmann’s ״Deuteronomium“ und ״wichtigste Instanzen״. zurückzuweisen, andererseits die Worte der Thora mit der Tradition in Einklang zu bringen und nachzuweisen, daß die gesetzliche Interpretation unserer Weisen die autenthische Erklärung der schriftlichen Lehre darstellt. Die schwierigere ist wohl die erste, da hier Wissenschaft und ״dogmatische Voraussetzungen“ auf einander stoßen. Doch hat H. dabei von seinen dogmatischen Voraussetzungen abgesehen und nur solche Argumente vorgebracht, die jede unvoreingenommene Wissenschaft gelten lassen muß. Seine Beweisführung muß daher auf jeden überzeugend wirken. Hs Apologetik richtet sich hauptsächlich gegen die Quellenkritik. Wir verstehen darunter die Methode, die den Pentateuch in mehrere von einander unabhängige Quellenschriften zerlegt, die sich zum Teil widersprechen, ja sogar ausschließen sollen und hernach von einem Redaktor zu einem Werk vereinigt sein sollen, wobei natürlich viele Partieen aus den einzelnen Quellen gestrichen worden sind. Die Quellen, aus denen der Pentateuch bestehen soll, sind folgende: Die Partieen. die den Gottesnamen אלדים enthalten, werden mit E bezeichnet, die mit dem!םב1 דלויד mit J; für das Deuteronomium wird D gebraucht und endlich für den Priester-Codex, der die Gesetzgebung in Leviticus und die mit derselben zusammenhängenden Gesetze in Exodus und Numeri und einen Teil der Erzählungen in Genesis und Exodus umfaßt,ג) PC. Ueber das Alter der Quellen hat sich die herrschende Ansicht der kritischen Schule im Laufe der Zeit geändert. Während man früher das Deuteronomium als den jüngeren Bestandteil und die Gesetzesgebung des PC als den älteren ansah, wird jetzt nach dem Vorgang Wellhausens gerade der PC als die jüngere und das Deuteronomium als die ältere Quelle angesehen. Es ist also klar, daß nach der Ansicht dieser Schule das Deuteronomium nie auf Gesetze des PC Bezug nehmen kann, da diese eine spätere Entwickelung darstellen sollen. Andererseits dürfen sich im gesamten althebr* Schrifttum (bis zur Zeit Esras) keine Spuren der Gesetzgebung des PC finden. Denn wenn diese als bekannt vorausgesetzt werden, so bestehen sie von altersher — was aber diese Schule leugnet. Es soll vor allem betont werden, daß die führenden Geister der krit. Schule nicht etwa aus Abneigung gegen das jüd. Schrifttum zu ihren Resultaten gekommen sind. Es genügt, den Namen A. Dillmann's zu nennen, um einzusehen, daß sie lediglich auf dem Weg ihrer wissenschaftlichen Forschung dazu kamen. Wenn wir auch andererseits den krit• Standpunkt von vomherein ablehnen, so müssen wir doch zugeben, daß wir ihr viel zum Verständnis der Bibel verdanken. Wenn wir diese Umstände berücksichtigen, müssen wir dem Verf. umso dankbarer dafür sein, daß seine Polemik ג) Die Teile des Pentateuch, die dem PC angehören sollen, sind bei Hoffmann, Die wichtigsten Instanzen, Heft I S. 5, Anm. 2 aufgezählt.

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